Vorsicht Zukunftsaussichten
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Wenn es hier klingelt, ist es oft schon zu spät…
Achtung, das ist eine Warnung: Wer aktuell keinen Job sucht, sollte sich in diesen Tagen vor dem Internet hüten. Tausende Stellenangebote haben sich in den Onlineportalen eingenistet. Sie locken mit bunten Wörtern (Account General Ledger) und wollen doch nur den schnellen Klick. Wer etwa leichtsinnig „Jobs Berlin“ eingibt, dem ist schon nicht mehr zu helfen. Tausende Angebote überschwemmen den Bildschirm: Mitarbeiter für die Rechnungsverifizierung werden da gesucht und Projektmanager für die Seekabelverlegung (in Berlin!) und ein Spezialist für den Bereich Hochspannung. Da müsste man an Spannungsbögen wie diesen nicht immer so ewig basteln, wenn man Spezialist für Hochspannung wäre (haha!).
Was war man früher leicht um die Jobs herumgekommen: Zeitung im Halbdunkel des Hausflures aufschlagen, Karriereteil herausnehmen und ab in die Altpapiertonne. Dann ab nach oben eh einem der nervige Nachbar von unten begegnet und wieder seine Ruhe haben. Heute muss man bei Tante Google nur einmal falsch abbiegen, schon kriegt man handfeste Zukunftsaussichten angedient. Und was das bedeutet, brauche ich wohl niemandem zu erklären: Bafoeg weg und Hartz4 sowieso. Rien ne va plus, nichts geht mehr!
Besonders perfide: Gibt man auf einem dieser Portale seine E-Mailadresse an, bekommt man jeden Morgen dutzende Stellenangebote in sein Postfach. Einfach so, gratis! Nur gut, dass die Arbeitsagentur die E-Mail als Kommunikationsmittel noch nicht entdeckt hat (es gibt zwar Mailadressen dort, aber die Antworten kommen immer per Post). Ich kenne jedenfalls niemanden, der über die Agentur schon mal einen Job gefunden hat. Und ihr? Es scheint fast als gäbe es wenigstens einen Zufluchtsort, wo man in diesen Tagen vor den Übergriffen der Jobs und den ganzen Zukunftsaussichten sicher ist. Die Kathedralen der Agentur der Arbeit. Gepriesen seien sie, oh Herr (m/w)!