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	<title>Blogonade &#187; Unterhaltung</title>
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		<title>Ausflug ins Flippermuseum Schwerin</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Nov 2011 21:46:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas (Blogonade)</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Früher stand in jeder Kneipe einer. Und auch auf vielen Campingplätzen gab es ihn. Wer eine D-Mark locker hatte, warf sie ein und war sofort umringt von anderen Kindern. Jeder wollte sehen, was hier gespielt wurde. Ja so ein Flipperautomat hatte schon damals eine magische Anziehungskraft. Und was ist heute aus den bunten Spielgeräten geworden? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><img class="alignnone size-full wp-image-1624" title="Flipper Mata Hari im Flippermuseum Schwerin" src="http://www.blogonade.de/wp-content/uploads/2011/11/flippermuseum-schwerin-6.jpg" alt="" width="600" height="400" /></p>
<p style="text-align: justify;">Früher stand in jeder Kneipe einer. Und auch auf vielen Campingplätzen gab es ihn. Wer eine D-Mark locker hatte, warf sie ein und war sofort umringt von anderen Kindern. Jeder wollte sehen, was hier gespielt wurde. Ja so ein Flipperautomat hatte schon damals eine magische Anziehungskraft. Und was ist heute aus den bunten Spielgeräten geworden? Man muss es so hart sagen: Der Flipper fristet ein Schattendasein, er ist reif fürs Museum.</p>
<p style="text-align: justify;">Liegt es am Spielprinzip? Das ist über die Jahrzehnte praktisch komplett gleich geblieben. Man versucht eine Kugel mit Hilfe von zwei Flipperfingern auf einem abschüssigen Spielfeld möglichst lange im Spiel zu halten und durch das Abschießen von Zielen Punkte zu bekommen. Geht der Ball doch mal ins Aus, wackelt man kräftig am Gerät bis die Buchstaben TILT erscheinen. Dann ist zwar der Punktestand futsch, aber die Spieler-Ehre gerettet.</p>
<p style="text-align: justify;">Wer heute gepflegt eine Runde Flippern will, der muss schon etwas länger suchen. Für Berlin listet die Seite <a href="http://www.flippern.de/flipper_suchen.php" target="_blank">flippern.de </a>zwar dutzende Kneipen und Cafés auf &#8211; doch viele Geräte sind in schlechtem Zustand, sie stehen in dunklen Hinterzimmern oder sind inzwischen ganz ausrangiert worden (siehe auch mein Beitrag <a href="http://www.blogonade.de/2010/01/verschlossenes-paradies/">&#8220;Verschlossenes Paradies&#8221;</a>).</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignnone size-full wp-image-1632" title="Endlich mal wieder Flippern: Ich am Mata Hari" src="http://www.blogonade.de/wp-content/uploads/2011/11/flippermuseum-schwerin-3.jpg" alt="" width="600" height="400" /></p>
<p style="text-align: justify;">Wer doch mal wieder eine ruhige Kugel schieben will (hoho!), der sollte sich das <a href="http://www.flippermuseum-schwerin.de/" target="_blank">Flippermuseum in Schwerin</a> einmal näher anschauen. Ein Ausflug dorthin lohnt: Mit dem Regionalexpress kommt man in etwa zweieinhalb Stunden in die mecklenburgische Landeshauptstadt und hält dabei zwischendurch noch in so spannenden Orten wie Glöwen, Rastow oder Sülstorf. In jeder Hinsicht ist diese Fahrt eine Zeitreise. Sie führt vorbei an verrammelten Bahnhofsgebäuden und grauen Ortschaften, die allesamt schon bessere Tage gesehen haben &#8211; was für viele Flipper ja leider auch irgendwie gilt. Da kann der Hauptbahnhof von Schwerin schon als Lichtblick gelten (ist er doch immerhin „Bahnhof des Jahres 2008“, wie eine Infotafel stolz verkündet).</p>
<p style="text-align: justify;">Ohne Google Maps auf dem Handy hätten wir uns auf dem Bahnhofsvorplatz sicher verlaufen und dann die vermutlich sehr schöne Altstadt Schwerins kennengelernt. So aber stolperten wir zielsicher auf einen Plattenbau in der Friesenstraße 29 zu, in welchem hinter schwarz verkleideten Wänden das Flippermuseum residiert.</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignnone size-full wp-image-1625" title="Die Punkte klingeln: Sammy am Flipper" src="http://www.blogonade.de/wp-content/uploads/2011/11/flippermuseum-schwerin.jpg" alt="" width="600" height="400" /></p>
<p style="text-align: justify;">In sechzehn verwinkelten, aber liebevoll gestalteten Räumen werden rund 80 Flipperautomaten ausgestellt. Wer sich ein Museum nach dem Motto „nur gucken, nicht anfassen“ vorstellt, liegt falsch. Rund ein Drittel der Geräte (Anzahl variiert) sind funktionstüchtig und laden zum unbegrenzten Freispiel ein.</p>
<p style="text-align: justify;">Diese Chance ließen wir uns natürlich nicht entgehen und zockten uns durch die Jahrzehnte des Flippergeschichte: Angefangen von frühen elektromechanischen Geräten mit Relais über schrille Geräte aus den 70er Jahren bis hin zu einem der letzten modernen Flipper mit Display und Videoanimation („Revenge from Mars“) war alles dabei.</p>
<p><object width="600" height="335" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/6ROuykQvNRk?version=3&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed width="600" height="335" type="application/x-shockwave-flash" src="http://www.youtube.com/v/6ROuykQvNRk?version=3&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" allowFullScreen="true" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" /></object></p>
<p style="text-align: justify;">Unabhängig vom Alter der Geräte (und der Spieler) stellten wir schnell fest: Es gibt Flipper, die richtig Spaß machen und solche, die nach einem Spiel schon langweilen. An manche Automaten kehrten wir immer wieder zurück. So etwa <em>Mata Hari</em>, <em>Viking</em> oder <em>Sinbad</em> bei den elektromechanischen Geräten und <em>Dracula </em>oder <em>Twilight Zone</em> bei den Pinballs mit Digitaltechnik. Die Kugeln ratterten, die Punktestände klingelten &#8211; es war wieder wie früher auf dem Campingplatz!</p>
<p style="text-align: justify;"><img class="alignnone size-full wp-image-1635" title="Vier Flipperfinger treffen auch nicht besser als zwei: Sinbad" src="http://www.blogonade.de/wp-content/uploads/2011/11/flippermuseum-schwerin-5.jpg" alt="" width="600" height="400" /></p>
<p style="text-align: justify;">Wir waren so vertieft ins Spiel, dass wir fast die Zeit vergaßen. Und das wo um 18:17 Uhr schon der letzte direkte Regionalexpress nach Berlin fährt. Also schnell noch ins Gästebuch eingetragen und dann auf zum Bahnhof. Im Zug dann die Erkenntnis: Blingbling, ratterratter, hat richtig Spaß gemacht.</p>
<p style="text-align: justify;">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;</p>
<p style="text-align: justify;">Mehr Videos vom Flippern gibt es im frisch eingerichteten <a href="http://www.youtube.com/user/blogonade" target="_blank">Blogonade-YouTube-Kanal</a>.</p>
<p style="text-align: justify;">Und wer sich persönlich auch mal die Kugel geben möchte: Ab Berlin geht es mit dem Regionalexpress der Linie 4 (Wochenendticket nicht vergessen) oder mit Auto über A24 und A14 nach Schwerin. Das <a href="http://www.flippermuseum-schwerin.de/" target="_blank">Flippermuseum</a> liegt in der Friesenstraße 29 und hat zurzeit freitags ab 20 Uhr und sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 8 Euro für Erwachsene, Kinder ermäßigt 3 Euro. Auch für Geburtstage und Herrenabende kann man das Museum mieten.</p>
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		<title>Wie ich einmal vergeblich versuchte, mir eine Halbjahreskarte fürs Kino zu kaufen</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Nov 2011 09:47:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas (Blogonade)</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Halbjahreskarte für die Yorck-Kinos in Berlin ist eigentlich eine prima Sache: Für 129 Euro kann man sechs Monate lang beliebig viele Filme anschauen. Bei einem Kartenpreis von rund 7 Euro pro Vorstellung lohnt sich die Dauerkarte also, sobald man mehr als drei Mal im Monat ins Kino geht. Nicht zuletzt ist der Besitz aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.blogonade.de/wp-content/uploads/2011/11/kino-passage-berlin.jpg" alt="" title="Schönes Kino: Passage in Berlin-Neukölln" width="600" height="400" class="alignnone size-full wp-image-1572" />
<p style="text-align: justify;">Die Halbjahreskarte für die Yorck-Kinos in Berlin ist eigentlich eine prima Sache: Für 129 Euro kann man sechs Monate lang beliebig viele Filme anschauen. Bei einem Kartenpreis von rund 7 Euro pro Vorstellung lohnt sich die Dauerkarte also, sobald man mehr als drei Mal im Monat ins Kino geht. Nicht zuletzt ist der Besitz aber natürlich auch ein psychologischer Anreiz, um häufiger ins Kino zu gehen. So schaut man sich vielleicht auch Filme an, die man sich sonst nur auf DVD zu Gemüte geführt hätte &#8211; allerdings in Kinoatmosphäre.</p>
<p style="text-align: justify;">Diese Woche wollte ich mir also nun eine solche goldene Karte zulegen. Was viele nicht wissen: Schon der Kauf ist eine nicht zu unterschätzende Herausforderung. In fünf Anläufen habe ich es dennoch geschafft.</p>
<p><strong>Erster Anlauf</strong><br />
Das Kino Passage in der Karl-Marx-Straße in Neukölln. Eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn.</p>
<blockquote><p>Ich: „Guten Tag, ich hätte gerne eine Halbjahreskarte.“<br />
Verkäuferin: „Die gibt es gar nicht mehr. Nur noch ein Monatsabo.“<br />
Ich: „Aber mein Bruder hat sich gerade gestern noch eine geholt.“<br />
Mein Bruder springt ein und zückt zum Beweis seine Karte.<br />
Verkäuferin: „Achso, ja die gibt es nur noch als Geschenk.“<br />
Ich: „Na dann möchte ich die mir jetzt selber schenken.“</p></blockquote>
<p>Daraufhin kramte die Verkäuferin in einem dicken Leitzordner und förderte zwei fotokopierte Anträge zutage, die ich ausfüllen solle. Dann würde ich die Karte bekommen.</p>
<p><strong>Zweiter Anlauf</strong></p>
<blockquote><p>Ich: „Hallo, da bin ich wieder und ich habe den Antrag ausgefüllt.“<br />
Verkäuferin: „Ok, gehen Sie denn jetzt auch gleich ins Kino?“<br />
Ich: „Ja, wir möchten Tim und Struppi sehen.“<br />
Verkäuferin: „Wissen Sie, es ist ziemlich kompliziert diese Karte im System zu beantragen und ich möchte die anderen Gäste in der Schlange nicht warten lassen. Gehen Sie doch einfach erst mal so ins Kino und kommen sie hinterher wieder zu mir. Ich bereite dann alles soweit vor.“<br />
Ich: „Klar, kein Problem, so machen wir das.“</p></blockquote>
<p>Langsam schien es zu einer richtigen Herausforderung zu werden.</p>
<p><strong>Dritter Anlauf (nach dem Film)</strong></p>
<blockquote><p>Ich: „Hallo, ich komme wieder wegen der Halbjahreskarte“<br />
Verkäuferin (überlegt kurz): „Oh ja, na wir können es mal probieren. Haben Sie denn das Geld in bar dabei?“<br />
Ich: „Nehmen Sie keine EC-Karten?“<br />
Verkäuferin: „Keines unserer Kinos nimmt EC-Karten.“<br />
Mein Bruder: „Aber ich habe die Karte gestern im Kantkino mit EC bezahlt.“<br />
Verkäuferin: „Hm ja, die gehören auch eigentlich nicht so wirklich zu uns.“<br />
Ich: „Ok, ich gehe zum Bankautomaten um die Ecke und hole Geld.“<br />
Verkäuferin (fummelt an Webcam herum): „In Ordnung, ich versuche unterdessen die Kamera hinzubekommen. Wir brauchen noch ein Foto für die Karte.“</p></blockquote>
<p><strong>Vierter Anlauf (nach dem Besuch beim Bankautomaten)</strong><br />
Die Verkäuferin telefoniert. Sie ruft offensichtlich verschiedene Kollegen in anderen Kinos der <a href="http://www.yorck.de" target="_blank">Yorck-Gruppe</a> an, um sich Rat zu holen. Als sie aufgelegt hat, trete ich an den Tresen.</p>
<blockquote><p>Ich: „Na, wie sieht es aus mit meiner Karte?“<br />
Verkäuferin: „Also das ist ein größeres Problem. Ich kann ihren Namen nicht in die Felder im System eintragen. Habe es auch schon mit anderen Karten probiert, aber die sind anscheinend irgendwie alle defekt.“<br />
Ich: „Aha, und was machen wir jetzt?“<br />
Verkäuferin: „Also ich kann ihnen die Karte zwar verkaufen, aber dann müssten Sie noch mal in unser Büro in der Zentrale kommen und Namen und Foto nachmachen lassen. Das ist ziemlich umständlich. Oder ich schenke Ihnen den Kinobesuch heute und Sie probieren es in einem unserer anderen Kinos noch mal. Tut mir leid, dass es so kompliziert ist.“</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Jeder nicht ganz so gewiefte Jahreskarteninteressent hätte jetzt vermutlich aufgegeben und verzichtet. Aber als richtiger Berlinblogger konnte ich es natürlich nicht lassen, und habe es weiter probiert. Zwei Tage später stand ich beim Filmtheater am Friedrichshain auf der Matte. Zwar quittierte die Verkäuferin meine Frage nach der Jahreskarte auch hier mit einem „Oh je“ und winkte eilig ihre Kollegin zur Unterstützung herbei („Da will schon wieder eine die Halbjahreskarte“), aber der Kauf ging dann überraschend reibungslos über die Bühne. Foto wurde irgendwie keins gemacht, dabei hatte ich mir doch extra vorher noch die Haare gekämmt (nene, kleiner Spaß&#8230;). Ende gut, alles gut: Ich habe die Karte im <strong>fünften Anlauf</strong> erfolgreich gekauft.</p>
<p><img src="http://www.blogonade.de/wp-content/uploads/2011/11/yorck-jahreskarte.jpg" alt="" title="Objekt der Begierde: Die goldene Yorck-Jahreskarte bzw. Halbjahreskarte" width="600" height="400" class="alignnone size-full wp-image-1578" /></p>
<p style="text-align: justify;">Wenn ihr auch mal euer Glück probieren wollt: Eine Halbjahreskarte für die Yorck-Kinos kostet 129 Euro, eine Jahreskarte gibt es für 229 Euro, beides bei Einmalzahlung vorab. Alternativ gibt es auch eine Abo-Karte mit Mindestlaufzeit von 12 Monaten, welche 18,90 Euro pro Monat kostet (und damit absurderweise günstiger als die Einmalzahlung ist).</p>
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		<title>Blaues Wunder erlebt &#8211; Die Blue Man Group Show in Berlin</title>
		<link>http://www.blogonade.de/2011/10/blaues-wunder-erlebt-die-blue-man-group-show-in-berlin/</link>
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		<pubDate>Mon, 24 Oct 2011 20:56:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas (Blogonade)</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
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		<category><![CDATA[Musik]]></category>
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		<description><![CDATA[Stehen drei Blue Men auf der Bühne und halten eine Packung Cornflakes in der Hand. Sie stopfen sich Flakes in den Mund. Einer so hastig, dass sie ihm wieder aus dem Mund fallen. Das Publikum lacht. Wie, das ist gar nicht lustig? Es geht aber noch weiter: Jetzt kauen die Blaumänner ihre Flakes im Takt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Stehen drei Blue Men auf der Bühne und halten eine Packung Cornflakes in der Hand. Sie stopfen sich Flakes in den Mund. Einer so hastig, dass sie ihm wieder aus dem Mund fallen. Das Publikum lacht. Wie, das ist gar nicht lustig? Es geht aber noch weiter: Jetzt kauen die Blaumänner ihre Flakes im Takt. Das Geräusch wird von den Mikros verstärkt. Ein einziges Kauen und Schmatzen. Das findest Du nicht lustig? Dann brauchst Du harte Nerven, denn auf diesem Niveau bewegen sich fast alle Nummern in der Blue Man Group Show in Berlin (für alle, die sich noch nicht sicher sind, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=5Y_4wMdOPmk" target="_blank">hier ein Video</a>).</p>
<p style="text-align: justify;">Seit 2004 gibt es den Ableger der Blue Man Group in Berlin. Außer in der Hauptstadt läuft die Show auch noch in den USA, in Tokyo und auf Kreuzfahrtschiffen. Das Konzept ist immer dasselbe: Drei stumme, blau maskierte Männer treten auf die Bühne und führen eine Mischung aus Trommeln, Clownerie, Performance gepaart mit Zuschaueranimation auf. Das sieht dann zum Beispiel so aus: Ein Blue Man turnt über die Stuhllehnen hinweg durch die Menge. Er drückt einem Zuschauer einen Marshmallow in die Hand und stellt sich drei Meter entfernt auf. Der Zuschauer soll nun den Mund des Blue Man treffen. Beim dritten Versuch klappt es. Das Publikum klatscht. Juhu!</p>
<p><iframe width="600" height="437" src="http://www.youtube.com/embed/-BdaxRw8dkA?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">Überhaupt wird das Repertoire der Stadion-Animation auf breiter Front bedient: Am Anfang der Show sollen alle Zuschauer laut schreien, später dirigieren die Blaumänner mit Leuchtstäben die verschiedenen Besucher-Blöcke im Parkett. Erst sollen alle Leute links aufstehen und klatschen, dann die rechts und am Schluss alle in der Mitte. Das funktioniert zwar ebenso zuverlässig wie bei einem Fußballspiel, aber es ist weder originell noch sonderlich niveauvoll.</p>
<p style="text-align: justify;">Ein großes Problem ist: Die Blue Man Group Show hat keinen roten Faden. Nirgends ist auch nur der Hauch einer Handlung oder Reihenfolge zu erkennen, alles wirkt willkürlich aus einem größeren Fundus zusammengewürfelt. So werden zwischendurch etwa Einspieler gezeigt, in denen die Blue Men überhaupt keine Rolle spielen. Diese Filmchen sind zwar nett gemacht, wirken aber vom Rest der Veranstaltung seltsam isoliert. Von einem Gesamtkonzept, wie man es von einer Show dieser Größe erwarten würde, ist wenig zu spüren.</p>
<p style="text-align: justify;">Noch dazu passieren der Blue Man Group peinliche Fehler: Auf einmal laufen die drei Blaumänner von der Bühne. Auf dem Bildschirm wird eine vermeintliche Live-Übertragung gezeigt. Man sieht, wie zwei der Blue Men vor dem Theater in ein Taxi steigen. Im Hintergrund ist deutlich die Mercedes-Benz-Niederlassung gegenüber zu sehen. Schade nur, dass diese dort seit längerem gar nicht mehr existiert. Dort sitzt jetzt nämlich N24. Ein bisschen aktueller würde man sich eine „Live-Schalte“ schon wünschen&#8230;als Ortsfremder fällt einem das vielleicht nicht gleich auf &#8211; als Berliner merkt man es sofort. </p>
<p style="text-align: justify;">Die Touristendichte ist generell hoch: An einer Stelle soll die Menge spontan Karaoke zu dem Song „Dickes B“ der Berliner Reggae-Combo Seeed singen. Es kennt schlicht niemand den Text. Da hilft es auch nicht, dass dieser in übergroßen Lettern auf einem Bildschirm eingeblendet wird. Dabei ist das Publikum für derartige Späße durchaus zu haben: Als einige Minuten später „beliebte Posen bei Rockkonzerten“ eingefordert werden, heben viele meiner Sitznachbarn die Arme und schwenken sie hin und her.</p>
<p><iframe width="600" height="437" src="http://www.youtube.com/embed/LZQdWd_vdoM?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">Das einzig wirklich Sehenswerte an der Blue Man Group Show sind die Trommelnummern. Die Blaumänner spielen im Takt auf Plastikrohren, sie hauen und trommeln, als wenn sie sich den Frust über den vermurksten Rest der Show von der Seele prügeln wollen. Keine Frage, es ist schon beeindruckend, wenn sie bunte Farbe auf ihre Drums gießen und diese dann Sekunden später empor spritzt. Schade nur, dass diese durchaus gelungenen Musikeinlagen in der Gesamtshow fast untergehen.</p>
<p style="text-align: justify;">Ganz am Schluss werden lange Klopapierbahnen durch den Saal gerollt, jeder gibt das aktuelle Stück nach vorne weiter. Mehr und mehr Klopapier kommt von hinten an und wird von allen nach vorne zur Bühne bugsiert. Es ist erstklassiges Papier, ganz weiß und sauber. Da liegt es nun in riesigen Bergen auf der Bühne. Weiter passiert nichts damit. Eine unglaubliche Verschwendung von Ressourcen &#8211; die nicht gerade vom ökologischen Weitblick der Blue Man Group zeugt.</p>
<p style="text-align: justify;">Mehr als 80 Euro kostet eine Karte für die Show in der ersten von zwei Kategorien, in der zweiten immerhin noch etwa 70 Euro. Dafür kann man eigentlich eine Menge erwarten. Eigentlich. Denn geboten werden vor allem großformatig aufgezogene Plattheiten, langgezogene Sketche und die schon erwähnte, stellenweise peinliche Publikumsanimation. Wenn man diesem Abend etwas Gutes abgewinnen will, dann vielleicht dieses: Man muss nicht mehr nach Mallorca fliegen, um sich auf dem Niveau einer All-inclusive-Ferienanimation bespaßen zu lassen. Eine Tageskarte zum Potsdamer Platz genügt.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Goodbye Gunnar! Noch mehr Schupelius</title>
		<link>http://www.blogonade.de/2011/03/goodbye-gunnar-noch-mehr-schupelius/</link>
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		<pubDate>Mon, 07 Mar 2011 21:55:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas (Blogonade)</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Schupelius und 13 Playmates: So präsentiert die BZ die &#8220;Mein-Ärger&#8221;-Videos Letzte Woche haben wir unseren ersten vorläufigen Abschiedsartikel für Gunnar Schupelius online gestellt &#8211; und wurden damit sogar im BILDblog erwähnt. Und jetzt ist es tatsächlich schon soweit: Am Freitag verabschiedete sich der BZ-Journalist von seinen Lesern in einer letzten Mein-Ärger-Kolumne. Milde gibt sich Gunnar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.bz-berlin.de/medien-archiv/?type=video&amp;ampsID=-1" target="_blank"><img class="alignnone size-full wp-image-1126" title="Schupelius-Videos auf bz-online.de" src="http://www.blogonade.de/wp-content/uploads/2011/03/schupelius-bz-online.jpg" alt="" width="600" height="375" /></a><br />
<em>Schupelius und 13 Playmates: So präsentiert die BZ die &#8220;Mein-Ärger&#8221;-Videos</em></p>
<p style="text-align: justify;">Letzte Woche haben wir unseren ersten vorläufigen <a href="http://www.blogonade.de/2011/03/mein-aerger-gunnar-schupelius-geht/" target="_self">Abschiedsartikel</a> für Gunnar Schupelius online gestellt &#8211; und wurden damit sogar <a href="http://www.bildblog.de/28386/gunnar-schupelius-muetter-lady-di/" target="_blank">im BILDblog erwähnt</a>. Und jetzt ist es tatsächlich schon soweit: Am Freitag verabschiedete sich der BZ-Journalist von seinen Lesern in einer<a href="http://www.bz-berlin.de/aktuell/berlin/mein-letzter-aerger-article1132056.html" target="_blank"> letzten Mein-Ärger-Kolumne</a>.</p>
<p style="text-align: justify;">Milde gibt sich Gunnar Schupelius zum Abschied, der große Ärger scheint verraucht. Genüsslich schwelgt er stattdessen in Erinnerungen (z.B.  an rund 40 Kolumnen, die er gegen den Bürgermeister geschrieben habe. Wowereit daraufhin: &#8220;Sie wissen, dass Sie niemals ein Interview von mir bekommen?&#8221;, Schupelius darauf kess: &#8220;Ja, aber wussten Sie, dass ich gar keins haben will?&#8221;). Und er spart nicht mit Verweisen auf seine Erfolge: Eine Schutzscheibe zum Schutz vor Übergriffen in BVG-Bussen sei nur dank ihm eingeführt worden, ohne ihn hätte es auch keinen gläsernen Warteunterstand für Botschaftspolizisten gegeben. Fast schon obligatorisch der Dank an die Leser, die ihn mit Briefen und Postkarten immer unterstützt hätten und ihm sicher viele Ärgerthemen überhaupt erst zugeschickt haben.</p>
<p style="text-align: justify;">1331 Kolumnen hat er geschrieben, sagt Schupelius in seinem Abschiedsvideo – er lächelt stolz. Dann eine Kunstpause. Als er die Zahl noch mal nennt, kommt er ins Stocken. Er muss die Zahl noch mal nennen, jetzt lacht er fast. Was für eine Wahnsinnszahl! Drei Jahre Ärger über Sprayer und Taxifahrer, über Gewalttäter und Leute, die aus der Flasche trinken, über Wowereit und über die CDU und natürlich vor allem über die Linken und die Grünen.</p>
<p style="text-align: justify;">Seinen Zorn habe er nicht aus Abneigung auf die Stadt niedergehen lassen – nein, aus Liebe! Und das nimmt man ihm fast ab. Natürlich liebt er nicht ganz Berlin, den Westen etwas mehr als den Osten und die Konservativen mehr als die Linken – klar, aber immerhin.</p>
<p style="text-align: justify;">Wer sich so öffentlich ärgert, kriegt nicht nur Zustimmung. Schenkt man Schupelius Glauben, dann schlägt einem so manches Mal sogar blanker Hass entgegen. „Ich bekam unangenehme Post von Linksradikalen und Graffiti-Schmierern. Damit musste ich leben.“ Kein Wort der Selbstkritik, Schupelius ist immer noch überzeugt von dem was er getan hat.</p>
<p style="text-align: justify;">Mit Gunnar Schupelius verliert die BZ einen ihrer pointiertesten Kommentatoren. Man könnte auch sagen ihren einzigen. Schupelius polarisierte, vertrat abwegige Standpunkte und kämpfte einen aussichtslosen Kampf gegen den Verfall der Hauptstadt.</p>
<p style="text-align: justify;">Liest man seine Kolumnen merkt man schnell: Schupelius fühlt sich unwohl in einer Welt ohne Regeln. Ohne Vorschriften funktioniert das menschliche Zusammenleben in seinen Augen nicht. Linksextreme, Migranten, Grüne sind ihm suspekt, ja unheimlich. Berlin als Stadt ohne Regeln, es ist das große Thema, dass sich durch alle Kolumnen von Schupelius zieht.</p>
<p style="text-align: justify;">Ganz zum Schluss seines Abschiedstextes wünscht er – und das klingt etwas hochgegriffen – seinen Lesern „Gottes Segen“ und prophezeit, dass man sich in „goldenen Zeiten“, vielleicht unter einer „besseren Regierung“ wiedersehen werde. Dann ist er weg.</p>
<h2 style="text-align: left;">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;</h2>
<h2 style="text-align: left;">Die drei absurdesten Mein-Ärger-Kolumnen:</h2>
<p style="text-align: justify;">Weil es so schön ist, zeigen wir zum Abschied noch einmal die schönsten Stücke von Schupelius. Im letzten Artikel haben wir <a href="http://www.blogonade.de/2011/03/mein-aerger-gunnar-schupelius-geht/" target="_blank">die sechs lustigsten Videos</a> gezeigt, jetzt legen wir noch drei Mal richtig absurden &#8220;Ärger&#8221; oben drauf:</p>
<h3 style="text-align: justify;"><strong>1. Wen meinen wir, wenn wir von Migranten sprechen?<br />
</strong></h3>
<p style="text-align: justify;"><strong><a href="http://www.bz-berlin.de/aktuell/berlin/article1009679.ece?service=media&amp;width=448&amp;height=420&amp;modal=true&amp;activevid=1&amp;prefix=" target="_blank"><img class="alignnone size-full wp-image-1105" title="Schupelius zum Begriff des Migranten" src="http://www.blogonade.de/wp-content/uploads/2011/03/schupelius-migranten.jpg" alt="" width="600" height="500" /></a><br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Schupelius fragt sich: „Warum nennen wir Kinder, die in Berlin geboren sind, eigentlich ‚Migranten‘ “? Und kombiniert blitzgescheit: „Migrant heißt ‚Wanderer‘“. Doch diese Kinder sind keine Wanderer. Deshalb sei der Begriff falsch. Tja, schön dass die BZ es auch mal merkt – alle anderen verwenden schon längst das Wort „Migrationshintergrund“.</p>
<p style="text-align: justify;">Nach dem Patzer leitet Schupelius ungeschickt auf Muslime über: 90 Prozent der Muslime würden sich als religiös bezeichnen. Das ist Schupelius nicht geheuer. Er weist auf religiöse Unrechtsregime hin – wollen die Muslime in Berlin das etwa auch? Er räumt ein: „Ich weiß es nicht, es würde mich aber interessieren“. Zum Schluß gibt er sich weltläufig: „Von mir aus können alle Menschen in Berlin leben, […] unter einer Bedingung, dass sie unsere Gesetze anerkennen, allen voran unser Grundgesetz.“ Das hat gesessen: Mal wieder um Kopf und Kragen gequasselt.<strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify;">
<h3 style="text-align: justify;"><strong>2. Die Straße vor dem Kanzleramt</strong></h3>
<p style="text-align: justify;"><strong><a href="http://www.bz-berlin.de/aktuell/berlin/article357052.ece?service=media&amp;width=448&amp;height=420&amp;modal=true&amp;activevid=1&amp;prefix=" target="_blank"><img class="alignnone size-full wp-image-1106" title="Gunnar Schupelius muss Slalom fahren" src="http://www.blogonade.de/wp-content/uploads/2011/03/strasse-kanzleramt.jpg" alt="" width="600" height="500" /></a><br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Der gerechte Zorn des Gunnar Schupelius kann jeden treffen. Niemand ist sicher: Nicht die CDU, nicht das KaDeWe und nein, nicht einmal die Straße vor dem Kanzleramt.</p>
<p style="text-align: justify;">Das wird jetzt etwas ermüdend, aber die ganze kafkaeske Auto-Odyssee von Schupelius wird nur im Wortlaut wirklich deutlich: „Wenn ich am Kanzleramt vorbei nach Moabit fahren will, muss ich Slalom fahren. Denn die Willy Brandt Straße direkt vor Frau Merkels Dienstsitz ist gesperrt. Also muss ich scharf rechts in die Paul-Löbe-Allee einbiegen, dann links in eine namenlose Teerpiste, dann noch einmal links in die Otto-von-Bismarck-Allee und wieder rechts in die Willy-Brandt-Straße.&#8221;</p>
<p style="text-align: justify;">Vielen wäre wahrscheinlich gar nicht aufgefallen, dass sie dreimal abgebogen sind. Schupelius aber hat aufgepasst. Gleich nach der Rückkehr in die Redaktion recherchiert er, warum die Straße vor dem Kanzleramt gesperrt ist. „Im Paul-Löbe-Haus haben Bundestagsabgeordnete ihre Büros. Sie sagten, der Verkehr vor ihrer Haustür würde sie stören und sei zu laut.“ Schupelius kann es kaum fassen, Sicherheitsbedenken der Kanzlerin, die kann er akzeptieren. Aber das Bundestagsabgeordnete eine Straße dicht machen, das geht nicht. Das ist frech. Sie müssten den Verkehrslärm aushalten, schließlich sei man nicht im „Sanatorium“! Um seinen Punkt zu unterstreichen, greift Schupelius noch mal weit in die CDU-Geschichte zurück und behauptet: Konrad Adenauer, nach dem diese Straße benannt ist, hätte das bestimmt nicht gewollt. Wir bezweifeln, dass es Adenauer überhaupt interessiert hätte.<strong> </strong></p>
<h3 style="text-align: justify;"><strong>3. Aufhebung des Sargzwangs für Muslime</strong></h3>
<p><strong><a href="http://www.bz-berlin.de/aktuell/berlin/article753836.ece?service=media&amp;width=448&amp;height=420&amp;modal=true&amp;activevid=1&amp;prefix=" target="_blank"><img class="alignnone size-full wp-image-1107" title="Schupelius zum Sargzwang bei Christen und Muslimen" src="http://www.blogonade.de/wp-content/uploads/2011/03/sargzwang-muslime.jpg" alt="" width="600" height="500" /></a><br />
</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Sollte der Sargzwang für Muslime aufgehoben werden? Wer hat sich das nicht immer schon mal gefragt? Schupelius referiert gekonnt die Tücken des deutschen Bestattungswesens und kommt dann auf den Punkt: Wenn Aufhebung, dann nur wenn Christen auch sarglos unter die Erde kommen dürfen. Weil in Berlin ohnehin kaum noch jemand an Gott glaube, sei das keine so schlechte Sache, wie vielleicht zunächst angenommen. Den Vorwurf, Muslime würden durch den Sargzwang diskriminiert, lässt Schupelius nicht gelten: &#8220;Im übrigen werden solche Themen auch meist von kleinen Interessengruppen vorgetragen, von muslimischen Kleingruppen, die nur winzige Teile der muslimischen Bevölkerung repräsentieren&#8221;.  Bevor er es sich mit allen Religionen verscherzt, leitet Schupelius schnell auf ein anderes Problemthema um: Burkinis im Schwimmbad. Geschickt, geschickt! Kleine Zusatzaufgabe: Zählt mal mit, wie oft Schupelius im Podcast das Wort &#8220;Sargzwang&#8221; verwendet.</p>
<p style="text-align: justify;">von <a href="http://www.laurencethio.de" target="_blank">Laurence Thio</a> und Lukas Bischofberger</p>
<p style="text-align: justify;">PS: Das ging schnell. Die BZ hat die Mein-Ärger-Kolumne komplett von ihrer Online-Seite genommen und wirbt <a href="http://www.bz-online.de" target="_blank">an der Stelle</a> nun für ihre frischgebackene Facebook-Fanseite. Wir wollen hoffen, dass das nicht der einzige Ersatz für Schupelius wird&#8230;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Mein Ärger: Gunnar Schupelius geht</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Mar 2011 23:10:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas (Blogonade)</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
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		<category><![CDATA[Boulevard]]></category>
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		<description><![CDATA[Auch der größte Ärger geht irgendwann vorbei:  Der Journalist Gunnar Schupelius wechselt zum 1. April von der Boulevardzeitung BZ ins Hauptstadtbüro des Focus. Damit endet wohl auch seine BZ-Meckerkolumne „Mein Ärger. Der gerechte Zorn des Gunnar Schupelius“. Das finden wir sehr schade. Was Franz-Josef Wagner für die BILD ist, war Schupelius für die BZ. Wo [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><img class="alignnone size-full wp-image-1073" title="Ärgert er sich beim Focus weiter? Gunnar Schupelius (Foto: Hubert Burda Media)" src="http://www.blogonade.de/wp-content/uploads/2011/03/gunnar-schupelius-portraet.jpg" alt="" width="600" height="400" /></p>
<p style="text-align: justify;">Auch der größte Ärger geht irgendwann vorbei:  Der Journalist Gunnar Schupelius wechselt zum 1. April von der <a href="http://www.bz-berlin.de" target="_blank">Boulevardzeitung BZ</a> ins <a href="http://www.hubert-burda-media.de/presse/mitteilungen/gunnar_schupelius_uebernimmt_leitung_des_focus_hauptstadtbueros__5671" target="_blank">Hauptstadtbüro des Focus</a>. Damit endet wohl auch seine BZ-Meckerkolumne „Mein Ärger. Der gerechte Zorn des Gunnar Schupelius“. Das finden wir sehr schade.</p>
<p style="text-align: justify;">Was Franz-Josef Wagner für die BILD ist, war Schupelius für die BZ. Wo Wagner große moralische Themen diskutiert und und steile Thesen wagt, ärgert sich Schupelius über Graffiti <a href="http://www.bz-berlin.de/aktuell/berlin/article667180.ece?width=448&amp;height=430&amp;modal=true&amp;service=media" target="_blank">auf seinem U-Bahnhof</a> oder die <a href="http://www.bz-berlin.de/aktuell/berlin/article367934.ece?width=448&amp;height=430&amp;modal=true&amp;service=media" target="_blank">teuren Eintrittspreise im Fernsehturm</a>.</p>
<p style="text-align: justify;">Besonders gerne schimpft Schupelius dabei über Linksradikale, gewalttätige Teenager und Migranten. Eben die Gruppen, die seine Leser auch nicht gerne mögen. Seine konservativen Standpunkte machen sich gut in jeder Eckkneipe.</p>
<p style="text-align: justify;">Was sich in der gedruckten Zeitung wie kleinbürgerliche Entrüstung liest, wird in der Videokolumne erst zum launigen Spektakel. Schupelius posiert mal hinter seinem Schreibtisch, mal im Großraumbüro der BZ und liest seine Kolumne ab. Um es klar zu sagen: Schupelius ist kein besonders guter Vorleser. Er ist grottenschlecht. Er verhaspelt sich in seinem verschachtelten Satzbau. Er verliert sich in Nebenschauplätzen. Nicht immer steht am Ende eine Pointe. Manchmal wussten wir hinterher nicht einmal, worüber Schupelius sich eigentlich geärgert hat. Das ist man vom Berliner Boulevard anders gewöhnt.</p>
<p style="text-align: justify;">Und auch technisch wirkt die Videokolumne eher hausbacken: Mal ist das Bild farbstichig, dann ist Schupelius unscharf oder man versteht ihn schlecht, weil seine Kollegen im Hintergrund lautstark quatschen.</p>
<p style="text-align: justify;">Über die Jahre sind Schupelius allen Widrigkeiten zum Trotz einige komödiantische Highlights geglückt. Wir blicken wehmütig zurück.</p>
<h2>Die sechs lustigsten Mein-Ärger-Kolumnen:</h2>
<h3>1. Im Supermarkt fahren wir uns ständig an den Wagen</h3>
<p><a href="http://www.bz-berlin.de/aktuell/berlin/article820434.ece?width=448&amp;height=430&amp;modal=true&amp;service=media" target="_blank"><img class="alignnone size-full wp-image-1061" title="Gunnar Schupelius vermisst Verkehrsregeln im Supermarkt" src="http://www.blogonade.de/wp-content/uploads/2011/03/schupelius-supermarkt-regeln.jpg" alt="" width="600" height="500" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Die Stimmung in den Berliner Supermärkten ist „angespannt“, ja „leicht aggressiv“. Ständig krachen Einkaufswagen ineinander („auf dem Weg von der Eingangstür bis zur Kasse mindestens 20-mal“). Wichtigster Grund: Beim Einkaufen gibt es zu wenig Regeln! Und Schupelius wäre nicht Schupelius, wenn er nicht schon ein paar Ideen hätte: Parkverbot vor dem Kühlregal, Wartebereich vor dem Fleischer, kleine Rastplätze wo man in Ruhe seinen Einkaufszettel lesen kann und natürlich ein Tempolimit gegen Raser. Vor der Kasse dürfte es nur eine Schlange geben, sonst „kommt es zu fürchterlichen Kämpfen“. Wer es bis jetzt noch nicht wusste: Einkaufen ist Krieg. Und Besserung keineswegs in Sicht: „Früher hat es vielleicht Höflichkeitsformen gegeben. Da hat man sich vielleicht lächelnd den Weg freigemacht.“, erinnert sich Schupelius und schiebt nach: „Aber das ist lange her.“</p>
<h3>2. Von Autonomen vertrieben</h3>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.bz-berlin.de/aktuell/berlin/article442282.ece?width=448&amp;height=430&amp;modal=true&amp;service=media" target="_blank"><img class="alignnone size-full wp-image-1064" title="Gunnar Schupelius ärgert sich über linke Autonome" src="http://www.blogonade.de/wp-content/uploads/2011/03/schupelius-vertrieben-von-linken.jpg" alt="" width="600" height="500" /></a></p>
<p><strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Schupelius hat Feindkontakt! Bei einem Gespräch mit Innensenator Erhard Körting nähern sich den beiden plötzlich junge Frauen und Männer. Sie trugen schwarze Lederjacken, die  „Uniform der Autonomen“. Körting springt auf und rennt zu seinem „rettenden Dienstwagen“. Schupelius selbst bleibt zurück („das war sehr ungemütlich“). Er schluckt dramatisch. Wenn man genau hinschaut scheint er derangierter als sonst. Der Hemdkragen schief, der Fokus der Kamera fürchterlich unscharf. Dann der Zorn: „Kann es eigentlich sein, dass ein zusammengelaufener Haufen von Krawallbrüder darüber entscheidet, ob wir uns mit einem Politiker von der SPD in einem Lokal in Friedrichshain treffen?“ Das ist natürlich eine ziemlich konkrete und lange Frage. Er spitzt noch mal zu: „Ist es so, dass bestimmte Leute in diesem Bezirk die Straße beherrschen?“  Jetzt wären natürlich radikale Forderungen angebracht, Schupelius aber sagt: „Das hinterließ bei mir ein sehr unangenehmes Gefühl“. Trotzdem eine der actionreichsten Folgen.</p>
<h3>3. Wie viele Waggons werden pro Tag repariert? Darauf gibt mir die S-Bahn keine Antwort!</h3>
<p><a href="http://www.bz-berlin.de/aktuell/berlin/article590009.ece?width=448&amp;height=430&amp;modal=true&amp;service=media" target="_blank"><img class="alignnone size-full wp-image-1066" title="Gunnar Schupelius: Ärger mit der S-Bahn" src="http://www.blogonade.de/wp-content/uploads/2011/03/schupelius-s-bahn-aerger.jpg" alt="" width="600" height="500" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Bei der Berliner S-Bahn platzt Schupelius der Kragen: Es fahren fast keine Züge mehr, 24 Bahnhöfe sind komplett zu und die Straßen der Stadt so voll sind wie nie zuvor. „Die Verzweiflung wächst“, sagt Schupelius und legt die Stirn in Sorgenfalten. Und dann gibt sich auch noch der Pressesprecher der Bahn wortkarg: „Wie viele Waggons werden pro Tag repariert?“, fragt Schupelius um 10 Uhr und erhält um 16 Uhr die Antwort „weiß ich nicht“. Und auch auf diverse andere Fragen erhält er keine Antwort. Wenn das stimmt, wirft es natürlich kein gutes Bild auf die Presseabteilung der S-Bahn. „Mit Verlaub so geht es nicht. So lass ich nicht mit mir umgehen!“, donnert Schupelius und lobt Vorstöße einer grünen Abgeordneten, die Sache gerichtlich klären zu lassen. Starkes Stück!</p>
<h3>4. Warum trinken jetzt alle aus der Flasche?</h3>
<p><a href="http://www.bz-berlin.de/aktuell/berlin/article505864.ece?width=448&amp;height=430&amp;modal=true&amp;service=media" target="_blank"><img class="alignnone size-full wp-image-1067" title="Gunnar Schupelius ärgert sich über Flaschentrinker" src="http://www.blogonade.de/wp-content/uploads/2011/03/schupelius-flaschentrinker.jpg" alt="" width="600" height="500" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">In dieser Folge ärgert sich Schupelius über Menschen, die aus Flaschen trinken. Das ist erst mal ein ziemliches Sommerlochthema – sowas kann man sich wahrscheinlich nur als Chefreporter der BZ leisten. Hört man ihm länger zu, dann stößt man schnell auf den Kern all seiner Kolumnen: Schupelius sehnt sich nach Ordnung – alles, auch die Banalitäten des Alltags müssen bei ihm geregelt werden: Ganz sicher ist er sich mit seinem Ordnungszwang aber nicht, deshalb fragt er: „Ist es übertrieben wenn ich sage, dass es mich stört, wenn jemand neben mir gekonnt aus der Flasche trinkt?“ Danach räumt Schupelius zwar ein, Wasser sei wichtig, aber man brauche es nicht immer überall und Cola solle man nicht „beim Laufen saufen“. Schupelius appelliert an „die jüngere Generation“, die sich offenbar nicht mehr an die „bürgerlichen Regeln des Trinkens“ erinnert. Und überhaupt: Aus einem Becher oder einer Tasse zu trinken, dass sehe doch viel eleganter aus.</p>
<p style="text-align: justify;">
<h3>5. Der Kinospot der Linkspartei</h3>
<p><a href="http://www.bz-berlin.de/aktuell/berlin/article467384.ece?width=448&amp;height=430&amp;modal=true&amp;service=media" target="_blank"><img class="alignnone size-full wp-image-1071" title="Gunnar Schupelius empört sich über Kinospot der Linkspartei" src="http://www.blogonade.de/wp-content/uploads/2011/03/schupelius-linkspartei.jpg" alt="" width="600" height="500" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Schupelius ist „zutiefst beunruhigt“ über den Kinospot der Linkspartei zur Europawahl. Hastig referiert er den Inhalt: Eine Villa bei Nacht, schöne Gründerzeitmöbel sind zu sehen, auf dem Tisch eine Rolexuhr und eine halb geleerte Champagnerflasche. Plötzlich knallt es, man hört Scherben fallen. Ein großer Pflasterstein fliegt auf einen Schreibtisch aus Eichenholz. Der Text dazu: „So besser nicht. Lieber so: Am 7. Juni: Die Linke“. Diese Szene macht den Spot „absolut unerträglich“ für Schupelius. Für ihn verbirgt sich dahinter mehr als eine Sachbeschädigung: „Einen Stein aus dem Hinterhalt durch ein Fenster auf einen Schreibtisch zu schleudern, das ist mehr als ein Angriff auf fremdes Eigentum, das ist ein Mordanschlag auf den, der vielleicht an dem Schreibtisch sitzen könnte.“ Schockiert fügt er hinzu: „Wer dazu sagt: So besser nicht, der kann nicht ganz klar im Kopf sein.“ Das ist nicht gerade logisch, aber unterhaltsamer als der Spot selbst.</p>
<h3>6. Randalierende Teenager</h3>
<p><a href="http://www.bz-berlin.de/aktuell/berlin/article383857.ece?width=448&amp;height=430&amp;modal=true&amp;service=media" target="_blank"><img class="alignnone size-full wp-image-1072" title="Gunnar Schupelius ärgert sich über die verwahrloste Jugend" src="http://www.blogonade.de/wp-content/uploads/2011/03/schupelius-randalierende-teenager-2.jpg" alt="" width="600" height="451" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Schupelius schildert eine zerstörerische Odyssee: 40 Jugendliche versammelten sich  erst grölend am U-Bahnhof Tegel, fuhren dann mit dem Bus nach Hermsdorf, beschmierten ihn dort und zertraten anschließend Laternen, Werbetafeln und Schaufenster. Dann fuhren die Vandalen mit der S-Bahn nach Frohnau, um dort „ihr Werk fortzusetzen“. Ja, was soll man in Hermsdorf und Frohnau auch schon viel anderes machen. Doch Schupelius ist schockiert: Die Jugendlichen „kamen aus guten Elternhäusern“. Er legt nach: „Diesen Kindern geht es besser als allen anderen Kinder vor ihnen in der Weltgeschichte“  und dennoch würden sie jeden Freitag  „aggressiv, gewaltätig, randalierend“ losziehen. Schupelius kennt den Grund: Kindern würden keine Grenzen mehr gesetzt. Kulturpessimistisch ergänzt er, schon 10-Jährige würden heute Pornos im Internet schauen, während sich  13-Jährige dem flaschenweisen Wodkasaufen verschrieben hätten. Da ist die Karriere als Randalierer natürlich klar vorgezeichnet. Im Kern geht es erneut um das Lieblingsthema von Gunnar Schupelius: Ordnung, Regeln und Verbote.</p>
<p>von <a href="http://www.laurencethio.de" target="_blank">Laurence Thio</a> und Lukas Bischofberger</p>
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		<title>Dänische Delikatesse: Rangleklods</title>
		<link>http://www.blogonade.de/2011/01/daenische-delikatesse-rangleklods/</link>
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		<pubDate>Sun, 16 Jan 2011 13:29:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas (Blogonade)</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Club]]></category>
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		<category><![CDATA[Musik]]></category>
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		<description><![CDATA[Man bekommt nicht allzu häufig die Gelegenheit, einen frischgebackenen DJ vorzustellen, der in Kürze vermutlich richtig erfolgreich sein wird. Rangleklods kommt aus Dänemark, pendelt zwischen seiner Heimatstadt Århus und Berlin und produziert wirklich eingängige, tanzbare elektronische Musik. Dazu singt er selbst. Das Ganze klingt ein bisschen so wie Royksopp mit hartem Beat. Noch ist Rangleklods [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><img class="alignnone size-full wp-image-956" title="Rangleklods im Berliner Club Enklave (Ausschnitt aus YouTube)" src="http://www.blogonade.de/wp-content/uploads/2011/01/rangleklods-berlin.jpg" alt="" width="600" height="400" /></p>
<p style="text-align: justify;">Man bekommt nicht allzu häufig die Gelegenheit, einen frischgebackenen DJ vorzustellen, der in Kürze vermutlich richtig erfolgreich sein wird. Rangleklods kommt aus Dänemark, pendelt zwischen seiner Heimatstadt Århus und Berlin und produziert wirklich eingängige, tanzbare elektronische Musik. Dazu singt er selbst. Das Ganze klingt ein bisschen so wie Royksopp mit hartem Beat.</p>
<p style="text-align: justify;">Noch ist Rangleklods ziemlich unbekannt: Gerade mal 658 Leute haben <a href="http://www.youtube.com/user/Rangleklods" target="_blank">seine Videos bei YouTube</a> angeschaut, dazu ein paar Tausend abgespielte Songs via MySpace und Soundcloud. Nur einige Blogger gehen schon richtig auf den dänischen DJ ab. Zitat <a href="http://www.iheartberlin.de/de/2011/01/11/rangleklods/" target="_blank">iHeartBerlin.de</a>: <em>&#8220;Gerade frisch angekommen auf der Spielwiese Berlin bürstet mich der  Junge hier mal glatt vom Bürostuhl runter und bis jetzt hab ich mich  auch noch nicht wieder einbekommen.&#8221;</em> Soweit ist es bei mir noch nicht, aber die ersten Songs von Rangleklods sind wirklich sehr gut.  Einen ersten Vorgeschmack  gibt es schon jetzt bei Soundcloud. Anspieltipp meinerseits &#8220;Young and Dumb&#8221;:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="100%" height="225" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Fusers%2F403514&amp;show_comments=false&amp;auto_play=false&amp;show_playcount=true&amp;show_artwork=true&amp;color=00baff" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="100%" height="225" src="http://player.soundcloud.com/player.swf?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Fusers%2F403514&amp;show_comments=false&amp;auto_play=false&amp;show_playcount=true&amp;show_artwork=true&amp;color=00baff" allowscriptaccess="always"></embed></object> <span><a href="http://soundcloud.com/rangleklods">Latest tracks by Rangleklods</a></span></p>
<p style="text-align: justify;">Wenn Rangleklods gerade nicht pendelt oder in kleinen Berliner Clubs  auflegt, dann feilt er übrigens an seinem ersten Album. Vielleicht gibt es das dann ja bald auch legal bei MediaFire zum Download <a href="http://www.mediafire.com/rangleklods" target="_blank">wie seine ersten drei Songs</a>.</p>
<p style="text-align: justify;">Mit Prognosen in der Musikwelt tue ich mich ja meistens etwas schwer, aber ich glaube Rangleklods wird seinen Weg machen. Wir hören uns spätestens in einem Jahr wieder.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Ein klarer Schnitt</title>
		<link>http://www.blogonade.de/2010/12/ein-klarer-schnitt/</link>
		<comments>http://www.blogonade.de/2010/12/ein-klarer-schnitt/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 10 Dec 2010 11:33:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas (Blogonade)</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Chirurgie-Simulator 2011: Nachzeichnen&#8230; Früher war die Welt der PC-Simulationen noch übersichtlich: Es gab Rennspiele, Flugsimulatoren und Städtebauspiele á la Sim City. Betritt man heute die Spieleabteilung eines mittelgroßen Technikmarktes, wird man förmlich mit Titeln aus dem Simulationsbereich erschlagen. Das Gesundheitswesen ist eine der wenigen Branchen, die vom Simulationswahn bisher verschont geblieben ist. Doch mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-798" title="Der Chirurgie-Simulator 2011" src="http://www.blogonade.de/wp-content/uploads/2010/12/chirurgie-simulator.jpg" alt="" width="600" height="400" /><br />
<em>Der Chirurgie-Simulator 2011: Nachzeichnen&#8230;</em></p>
<p style="text-align: justify;">Früher war die Welt der PC-Simulationen noch übersichtlich: Es gab Rennspiele, Flugsimulatoren und Städtebauspiele á la Sim City. Betritt man heute die Spieleabteilung eines mittelgroßen Technikmarktes, wird man förmlich mit Titeln aus dem Simulationsbereich erschlagen.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Gesundheitswesen ist eine der wenigen Branchen, die vom Simulationswahn bisher verschont geblieben ist. Doch mit der Ruhe in Krankenhaus und Wartezimmer ist es jetzt vorbei: Wer schon immer einmal Arzt sein wollte, der kann sich im <a href="http://www.rondomedia.de/produktdetails/article/chirurgie-simulator-2011.html" target="_blank">Chirurgie-Simulator 2011</a> an acht verschiedenen Operationen probieren. Heute vielleicht mal einen Blinddarm entfernen, anschließend einen Leistenbruch behandeln und zum Abschluss noch mal so eine richtig schöne Unterschenkelfraktur? Der Chirurgie-Simulator verspricht „realistische OP-Bedingungen“ und „viele verschiedene Werkzeuge wie Appendixquetsche, Skalpell, Kompresse“. Die „spannenden Missionen“ des Spiels seien nur „mit kühlem Kopf und ruhiger Hand“ zu meistern.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-801" title="Sprühen statt Spielen: Der Chirurgie-Simulator 2011" src="http://www.blogonade.de/wp-content/uploads/2010/12/chirurgie-simulator-2.jpg" alt="" width="600" height="400" /><br />
<em>&#8230;und ausmalen sind die Hauptaufgaben des Spiels.</em></p>
<p style="text-align: justify;">In der Praxis gestaltet sich das allerdings eher dröge: So zeichnet man mit dem virtuellen Skalpell Linien nach oder sprüht mit der Desinfizierdose große Flächen rund um den Bauchnabel eines Patienten an. Das Ganze erinnert irgendwie an das Malprogramm Paint.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.youtube.com/watch?v=jdJlttepezY" target="_blank">Dieses OP-Video auf YouTube</a> zeigt in Echtzeit, wie im Spiel ein Blinddarm operiert wird. Rasieren, Desinfizieren, Aufschneiden. Linien nachzeichnen und Flächen ausmalen. Zwischendurch wirds auch mal gepflegt eklig. Dazu läuft, wie in jedem guten echten Operationssaal auch, die ganze Zeit klimpernde Fahrstuhlmusik.</p>
<p style="text-align: justify;">Um es kurz zu machen, der Chirurgie-Simulator ist genauso unrealistisch, langweilig und lieblos gestaltet wie seine Kollegen im Technikmarkt. Was haben wir dort nicht schon alles gesehen: Da hätten wir Bus-Simulator, Kran-Simulator, Gabelstaplersimulator, Landwirtschafts-Simulator, Feuerwehr-Simulator, Notarzt-Simulator, Müllabfuhr-Simulator, Lieferwagen-Simulator, Abschleppwagen-Simulator, Tankwagen-Simulator, Holzfäller-Simulator oder Pistenraupen-Simulator. Und das ist nur eine Auswahl.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-799" title="PC-Simulationen (Collage: Blogonade Berlin Blog)" src="http://www.blogonade.de/wp-content/uploads/2010/12/simulatoren-berlin-blog.jpg" alt="" width="600" height="400" /><br />
<em>Schöne bunte Arbeitswelt: In den Spielen dominiert allerdings meist eher Steinzeit-Grafik.</em></p>
<p style="text-align: justify;">Simuliert wird, was sich verkauft. Und die Spiele laufen anscheinend richtig gut. So sind die Online-Foren, etwa des Landwirtschafts-Simulators, rege besucht. Auf der <a href="http://www.facebook.com/pages/Farming-Simulator/59925138777?ref=s" target="_blank">Facebook-Fanseite</a> wird demnächst der 22.000ste Fan begrüßt. Da stört es kaum, dass die Bewertungen in PC-Zeitschriften und auf Amazon regelmäßig unterirdisch sind und jedes <a href="http://www.youtube.com/watch?v=zzCyt0TOqcE" target="_blank">Gameplay-Video</a> auf YouTube eigentlich eine Warnung ist: Diese Spiele bitte nicht kaufen!</p>
<p style="text-align: justify;">Warum also wollen Menschen in ihrem Feierabend mit dem Müllauto durch Polygon-Städte gondeln und dutzende Abfalltonnen einsammeln? Wo liegt der Reiz, mit einem Mähdrescher übers Feld zu fahren und Weizen zu ernten?</p>
<p style="text-align: justify;">Vielleicht ist es das Bedürfnis nach Entspannung. Wo in Ego-Shootern scharf geschossen wird und im Echtzeitstrategie-Spiel die Panzer rollen, umgibt die Spielwelt der Simulationen eine unaufgeregte Ruhe. Die gezeigte Welt ist gewaltfrei und &#8211; sieht man von ein paar nicht abgeholten Mülltonnen und ein paar ungemähten Feldern einmal ab &#8211; praktisch ereignislos.</p>
<p style="text-align: justify;">„Spiel ist etwas Heiteres. Es soll Freude machen!“, heißt es schon in Loriots berühmtem Skat-Sketch. Wo aber nichts passiert und dieses Nichts auch noch so unschön aussieht, da ist der Reiz des Spielens dahin. Dann lieber noch eine Runde Sim City.</p>
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		<title>Schneeball im M29</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Oct 2010 21:41:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas (Blogonade)</dc:creator>
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		<description><![CDATA[45 Haltestellen, 65 Minuten Fahrtzeit und ein breites Kaleidoskop des öffentlichen Lebens &#8211; das sind die Eckdaten einer Tour mit dem M29. Die Linie durchquert die Hauptstadt von West nach Ost &#8211; vom Rande des Grunewalds geht es über den Ku’damm, vorbei am Potsdamer Platz nach Kreuzberg und schließlich zum Neuköllner Hermannplatz (siehe Linienplan). Will [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-740" title="Der Bus M29 fährt quer durch Kreuzberg" src="http://www.blogonade.de/wp-content/uploads/2010/10/m29-kreuzberg-berlin-blog.jpg" alt="" width="600" height="400" /></p>
<p style="text-align: justify;">45 Haltestellen, 65 Minuten Fahrtzeit und ein breites Kaleidoskop des öffentlichen Lebens &#8211; das sind die Eckdaten einer Tour mit dem M29. Die Linie durchquert die Hauptstadt von West nach Ost &#8211; vom Rande des Grunewalds geht es über den Ku’damm, vorbei am Potsdamer Platz nach Kreuzberg und schließlich zum Neuköllner Hermannplatz (siehe <a href="http://www.bvg.de/index.php/de/binaries/asset/download/22113/file/1-1" target="_blank">Linienplan</a>). Will man etwas über Migranten und ihre Probleme in Berlin erfahren, dann sollte man unbedingt mit dem Bus M29 fahren. Ein Vorteil von Bussen gegenüber U-Bahnen ist ja, dass man jedes Telefonat unweigerlich komplett mithören kann. So wie das Folgende.</p>
<p style="text-align: justify;">Kurz vor dem Lehrter Bahnhof. Ein junge Frau telefoniert mit einer Freundin: „Ey hast du schon deine Kontakte? Man, das ist total wichtig, dass du die Kontakte hast.“ Nun ist es ja in Zeiten von Facebook vielen Leuten richtig wichtig, optimal mit ihrer Umwelt vernetzt zu sein. Doch hier ging es ganz offenbar um etwas anderes. So wollte die Anruferin ihre Freundin am anderen Ende der Leitung davon überzeugen, bei einem todsicheren Deal mitzumachen: „Du zahlst 100 Euro ein und in neun Tagen kriegst du 700 Euro zurück. Du musst dich nur neun Tage um die Sache kümmern.“, erklärte sie. In den Kreis dürften aber nur „110-prozentig vertrauensvolle Leute aufgenommen werden“. Wir schauten uns bestätigend an.</p>
<p style="text-align: justify;">Nur einen Haken gebe es: „Du musst zwei Kontakte haben, die auch 100 Euro einzahlen.“ Sonst kriege man weniger Geld und es dauere auch länger. Immerhin schien der Erfolg der Sache Recht zu geben: „Guck mal! Mahmoud hat Sana und Yasar reingebracht. Yasar hat Hasan und Gülcan&#8230;“ Es folgte eine längere Aufzählung von Namen, familiären Zugehörigkeiten und genauer Angabe, wer wann wen „reingebracht“, also in den Kreis aufgenommen hatte. Als die Freundin trotz des anhaltenden Redeschwalls offenkundig nicht so recht überzeugt schien, steigerte sich die Anruferin: „Ich hab so ein, zwei, drei Leute, aber die haben halt alle nur so 60 Euro und so. Ich denk gar nicht dran denen jetzt Geld zu geben! Meine Mutter will auch rein, aber sie weiß halt noch nicht, wer ihr zweiter Kontakt ist. Verstehst du, ich suche erst mal nur Leute, die auch zwei Kontakte haben.“</p>
<p style="text-align: justify;">Der M29 biegt in die Oranienstraße ein und noch immer scheint an der Telefonfront kein Durchbruch in Sicht. „Das ist ein Schneeball-System, das klappt 200-prozentig! Ey, wenn es nicht läuft, zur Not haben wir noch Hamoudi. Der kann nicht abhauen mit der Kohle. Krass, das Mindeste ist doch, dass Hamoudi dir dann die 100 Euro zurückgibt.“ Kurze Pause. „Guck mal! Als ich letztens da war, hat wieder ein Mädchen vor meinen Augen 700 Euro bekommen. Bar auf die Hand!“ Die Stimme der Anruferin hatte sich ins Schrille gesteigert. „Richtig viele Leute sind da schon dabei. Shit man, halb Kreuzberg ist da drin!“</p>
<p style="text-align: justify;">Der M29 erreichte den Görlitzer Bahnhof. Den Hörer immer noch ans Ohr gepresst, stieg die junge, bald schon um 600 Euro reichere Frau aus und verschwand in die Nacht. Schade, denn gerade waren wir bereit gewesen, selbst einzusteigen. Wir hätten 100 Euro gegen 700 Euro getauscht und uns einen Ast gefreut. Nur eine Frage hätten wir vorher noch gehabt: Warum macht der geheime Zirkel eigentlich so ein Verlustgeschäft? 100 Euro einnehmen und dafür 700 Euro verschenken, so schnell haben nicht mal die Lehman Brothers ihr Geld verbrannt! Vielleicht treffen wir das Mädchen bei der nächsten Fahrt mit dem M29er wieder. Dann fragen wir nach, versprochen.</p>
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		<title>Mein erstes Mal&#8230; Blogslam</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Sep 2010 21:27:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas (Blogonade)</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Jeder Mensch hat vermutlich Dinge, die er schon immer einmal tun wollte. Der Eine träumt von einer Weltreise, der Nächste will ein Haus bauen und der Dritte ganz einfach der hübschen Blondine von gegenüber seine Briefmarkensammlung zeigen. Manche tragen diese Dinge in einer fein säuberlich geführten Liste im Notizbuch spazieren, andere bewahren sie von fremden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-711" title="Mein erstes Mal... Blogslam" src="http://www.blogonade.de/wp-content/uploads/2010/09/erstes-mal-blogslam.jpg" alt="" width="600" height="400" /></p>
<p style="text-align: justify;">Jeder Mensch hat vermutlich Dinge, die er schon immer einmal tun wollte. Der Eine träumt von einer Weltreise, der Nächste will ein Haus bauen und der Dritte ganz einfach der hübschen Blondine von gegenüber seine Briefmarkensammlung zeigen. Manche tragen diese Dinge in einer fein säuberlich geführten Liste im Notizbuch spazieren, andere bewahren sie von fremden Einblicken gänzlich abgeschirmt in ihrem Kopf auf. Ich selbst habe keine solche Liste. Und doch ist gestern etwas in Erfüllung gegangen, was ich mir schon seit längerem vorgenommen hatte: Ich habe an einem Blogslam teilgenommen und einen Text von mir vorgelesen.</p>
<p style="text-align: justify;">Und das kam so (ich nenne nur die wichtigsten Stationen): Einladungs-E-Mail bekommen. Gelesen. Wohlwollend. Trotzdem nicht reagiert. Zweite E-Mail bekommen. Muss doch was tun. Überlegen. Mail beantwortet. Jetzt hänge ich drin. Überlegen welcher Text vorlesetauglich ist. Festgestellt, dass Texte aus dem Bereich &#8220;Haushalt&#8221; klanglich suboptimal sind. Erinnerungsmail bekommen. Es wird ernst. Früher Feierabend. Drei Texte ausdrucken. Nur gelbes Papier im Drucker. U8 zum Alexanderplatz. Letzte Zweifel beiseite gewischt. M2 zur Knaackstraße. Textfrage offen. Begrüßung. Charmant. Darmstädter Bier in Hand. Bin jetzt sicher. TKKG-Text wirds. Los gehts.</p>
<p style="text-align: justify;">Wie man sieht hängt die Teilnahme an einem waschechten Blogslam an so vielen Faktoren und Unwägbarkeiten, dass es praktisch an ein Wunder grenzt, dass ich gestern im Berliner  Kunstbuchladen Vice Versa noch zum Vorlesen meines Blogartikels über die <a href="http://www.blogonade.de/2010/02/die-10-daemlichsten-verbrechen-bei-tkkg/" target="_blank"><em>10 dämlichsten Verbrechen bei TKKG</em></a> gekommen bin. Mit mir trauten sich fünf weitere tapfere Blogger mit ihren Texten nach vorne, die meisten davon aus dem Bereich Fashion. Eine knallharte Jury aus dem Bereich Fashion bewertete die Beiträge und vergab Punkte in den Bereichen Inhalt, Struktur, Vortragsweise und „Blogability“. Was soll ich sagen: Mein Text kam überraschenderweise sehr gut an, es wurde wirklich viel gelacht. Umso spannender das Warten auf die Entscheidung: Wer macht das Rennen und gewinnt einen stylischen iPod nano?</p>
<p style="text-align: justify;">Dann die Preisvergabe: Mit zitternden Fingern stand ich hinter der Menschentraube als die Plätze zwei und drei vergeben wurden. Ich habe in diesem Moment nicht daran geglaubt, dass ich den Blogslam gewinnen würde. Mein Artikel drehte sich höchstens ganz am Rande um Fashion und obwohl der Text beim Publikum gut angekommen war, lag die Entscheidung am Ende doch bei der Jury. Dass ich den Blogslam gewonnen habe, liegt sicher nicht zuletzt auch an den dämlichen Verbrechen bei TKKG. In diesem Sinne gebührt Dank nicht nur den Veranstaltern des Blogslams, sondern auch Wolf Schneider aka Rolf Kalmuczak, dem Erfinder der Serie.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-710" title="Django empfiehlt: Das erste CIRCUS Bookazine" src="http://www.blogonade.de/wp-content/uploads/2010/09/circus-bookazine.jpg" alt="" width="600" height="400" /></p>
<p style="text-align: justify;">Veranstaltet wurde <a href="http://circus-bookazine.com/de/blog/das-hat-die-welt-noch-nicht-gesehen/" target="_blank">der Wettbewerb</a> übrigens von <a href="http://www.circus-bookazine.com/" target="_blank">CIRCUS</a>, einem von Darmstädter Studenten frisch gegründeten, monothematischen, gedruckten (!) Blog-Magazin. Wobei Magazin schon fast eine Untertreibung ist, hat die Erstlingsausgabe doch nicht weniger als 354 Seiten. Im Inneren verbirgt sich ein ganzes Kaleidoskop an Artikeln, Ansichten, Fotostrecken, Illustrationen, Collagen und Listen. Alles zum Titelthema: Fashion. Zum Glück sieht CIRCUS nicht nur auf modernen Möbelstücken aller Art sehr gut aus, sondern geht auch inhaltlich in die Tiefe. So handelt der Artikel &#8220;Wolllust&#8221; zum Beispiel von einem Woll-Fetischisten, der ganz offen von seiner Neigung erzählt. Für einen anderen Beitrag ist die Redaktion auf die einsame Insel Kihnu in Estland gereist, um eine der letzten traditionellen Weberinnen zu portraitieren. Ein aussichtsreiches Projekt also, welches darüber hinaus von einer sehr sympathischen Crew geleitet wird. Mein erstes Mal Blogslam hat richtig Spaß gemacht &#8211; ich werde es auf jeden Fall wieder tun&#8230;</p>
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		<title>Am Himmel nichts Neues</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Sep 2010 21:10:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lukas (Blogonade)</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Hauptstadt]]></category>
		<category><![CDATA[Tradition]]></category>
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		<description><![CDATA[Ob auf dem Fahrrad, entspannt im Campingstuhl oder stehend: Gespanntes Warten auf das Feuerwerk am Olympiastadion. Ein jährlich wiederkehrendes Event in Berlin ist die Pyronale. Die Pyronale ist eine Feuerwerksshow, für die man eigentlich Eintritt bezahlt und sich dafür auf eine Tribüne setzen darf. Aber das Praktische an einem Feuerwerk ist ja, dass man es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-617" title="Zaungäste bei der Pyronale 2010" src="http://www.blogonade.de/wp-content/uploads/2010/09/pyronale-2010-olympiastadion.jpg" alt="" width="600" height="400" /><em>Ob auf dem Fahrrad, entspannt im Campingstuhl oder stehend: Gespanntes Warten auf das Feuerwerk am Olympiastadion.</em></p>
<p style="text-align: justify;">Ein jährlich wiederkehrendes Event in Berlin ist die Pyronale. Die Pyronale ist eine Feuerwerksshow, für die man eigentlich Eintritt bezahlt und sich dafür auf eine Tribüne setzen darf. Aber das Praktische an einem Feuerwerk ist ja, dass man es von fast überall gut sehen kann. Der Blick in den Himmel lässt sich schließlich schlecht absperren. Außerhalb des Zauns sieht man die Effekte fast genauso gut wie innerhalb.</p>
<p style="text-align: justify;">Gestern war es mal wieder soweit: Hunderte Berliner drängen sich dann auf dem Vorplatz des Südtors vom Olympiastadion. Weinflaschen kreisen. Es werden schlechte Witze gerissen („Macht mal die Musik lauter, ich hör nichts“, „Ich glaube, die brennen dieses Jahr nur bengalische Hölzer ab“). Kinder sitzen in Decken eingewickelt auf Campingstühlen, bierbäuchige Väter stehen mit Flasche in der Hand daneben.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-618" title="Feuerwerk zur Pyronale 2010 in Berlin" src="http://www.blogonade.de/wp-content/uploads/2010/09/pyronale-feuerwerk-1.jpg" alt="" width="600" height="400" /></p>
<p style="text-align: justify;">Dann fängt das Feuerwerk an. Raketen klettern in den Himmel und zerplatzen in faserige Leuchtstrahlen. Rot, grün, blau, weiß. Die Menge tobt. Überall „ahh“ und „ohh“ und „ach wie toll“.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Problem dabei: Es sind jedes Jahr die gleichen ahhs und ohhs, die gleichen schlechten Witze  und mehr oder weniger die gleichen Feuerwerkseffekte. Begleitet wie jedes Jahr von der gleichen Musiksoße aus schlecht eingespielter Klassik vom Band. Ich könnte jetzt schreiben, dass mir und anderen das Feuerwerk gestern kleiner vorkam als früher. Weniger himmelfüllende Effekte, dafür mehr Bodenfeuerwerk. Die Pyronale nach der weltweiten Krise. Doch das würde den Kern nicht treffen: Die Pyronale hat sich als Veranstaltung an sich abgenutzt.</p>
<p style="text-align: justify;">Man kann das Ritual auf dem Vorplatz mit den Campingstühlen, den schlechten Witzen und der dick aufgetragenen Begeisterung sicher toll und ganz traditionell finden. Oder es langweilt einen. Seit 2006 hat sich die Pyronale nicht weiterentwickelt. Weder ist die Qualität der Präsentation besser geworden (etwa durch Live-Musik), noch wird heute besser geböllert als vor vier Jahren. Die Pyronale ist festgefahren: Sogar das Veranstaltungsplakat mit dem pixeligen Symbolfoto eines Feuerwerks wird jedes Jahr aufs Neue verwendet.</p>
<p style="text-align: justify;">Mit der Pyronale ist das ein bisschen wie mit den Strandbars, die plötzlich auf jeder innerstädtischen Industriebrache in Spreenähe aus dem Boden schossen. Im ersten Jahr innovativ und spannend, haben sie sich inzwischen ziemlich abgenutzt. Es gibt sie halt. Mit etwas mehr Einsatz könnte man aus dem Event „Feuerwerksshow“ sicher viel mehr herausholen. So bleibt nur das Warten auf Silvester.</p>
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<p class="MsoNormal"><strong><span style="font-size: 12pt; line-height: 115%;">Ausgeböllert: Die besten Jahre der Pyronale sind vorbei</span></strong></p>
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