König für einen Tag

Vorgestern bin ich überraschend König geworden! Und das kam so: Vorgestern war ja Dreikönigstag und der wird bei uns zuhause nach alter Schweizer Tradition gefeiert. Es gab also einen Dreikönigskuchen aus Hefe mit Walnüssen, Rosinen und Aprikosenmarmelade als Füllung. In dem Kuchen – und das ist der Clou – ist eine goldene Münze eingebacken. Wer sie bekommt, der wird König und darf sich eine bunte Papierkrone auf den Kopf setzen. Damit enden seine Privilegien aber leider auch schon. Natürlich führt dieser Brauch zu allerlei taktischen Überlegungen beim Kuchenessen: Soll ich das Stück am Rand nehmen oder lieber eines aus der Mitte? Ist die Münze wohl in ein kleines Stück eingebacken oder befindet sie sich in einem großen? Und es sorgt auch dafür, dass man mitunter noch ein Stück extra isst in der Hoffnung, dass in diesem endlich die heißersehnte Königsmünze versteckt ist. Eine schöne Tradition wie ich finde und der Kuchen (Bäckerin meine werte Schwester), war auch wirklich verdammt lecker. So lecker, dass ich trotz Königswürde am nächsten Tag nur einen leeren Teller mit ein paar Krümeln vorfand. König ist man eben immer nur für einen Tag.

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