Kunst aus dem Automaten

An diesem knallbunten Automaten an der Ecke Fuldastraße/Weserstraße in Neukölln gibt es keine Zigaretten, Kaugummis oder Kondome. Stattdessen kann man sich für zwei Euro Kunst von “regionalen, nationalen und internationalen Künstlern” herauslassen.

Ich war vor Ort und habe den Kunstautomaten ausprobiert. Dass sich keine Skulpturen oder großformatige Gemälde in dem bunten Apparat verbergen, war natürlich klar. Aber wieviel Kunst gibt es tatsächlich für zwei Euro? Ihr erfahrt es im Videobericht:

Hier das Pinguin-Bild von Evelyn Surek noch einmal in groß:

Der dazugehörige Beipackzettel enthält eine Biografie der 1968 in Göttingen geborenen Künstlerin sowie eine Beschreibung ihrer Werke. Demnach habe sie bei ihren Reisen festgestellt, dass sie von Naturdenkmälern wie Stonehenge und Ayers Rock besonders angezogen wurde. Im O-Ton: “Die Geomanten, die die Zusammenhänge von Erdenergien, Erdmagnetismus, Kreuzenden Wasseradern und solchen Plätzen beschrieben, bezeichnen diese Plätze mitunter als Erdkraftorte.”

Ah ja, genau…Was der Pinguin aus dem Automaten mit den Kraftfeldern zu tun hat, ist mir zwar nicht ganz klar, aber originell und hübsch ist er auf alle Fälle. Jetzt muss ich nur noch einen Rahmen für den 7,3 x 5,5 cm großen Druck finden…

Mehr Infos zu den Kunstautomaten (aber leider keine Übersicht mit Standorten) gibt es hier.

Auf Messers Schneide: Koch-Abo im Test

Am Ende wäre Mitch Maddox fast verhungert: Der Computer-Techniker hatte sich im Jahr 2000 vorgenommen, sein Haus für ein Jahr lang nicht mehr zu verlassen. Kleidung, Möbel und sogar sein Essen wollte der 26-jährige nur noch über das Internet bestellen. Er wollte damit den Beweis antreten, dass das Internet mittlerweile alle Lebensbereiche abdecke und die reale Welt draußen zumindest teilweise ersetze. Doch der selbsternannte „Dotcomguy“ hatte einen schlechten Zeitpunkt für sein Experiment gewählt: Die Dot-Com-Krise stand vor der Tür, reihenweise gingen bei den Start-ups die Lichter aus. Am Ende hatten praktisch alle Online-Lieferdienste für Lebensmittel ihren Betrieb eingestellt…

So gesehen ist im Jahr 2012 die Lage weitaus besser: Es gibt nicht nur zahlreiche Shops, in denen man sich Lebensmittel bestellen kann, man kann sich sogar ganze Gerichte mit Rezept an die Haustür liefern lassen.

Koch-Abos heißt diese neue Dienstleistung, die ihren Ursprung wohl in Schweden hat. Das Prinzip ist ganz einfach: Jede Woche erhält man drei bis fünf Rezepte, sowie eine Kiste mit genau abgezählten Zutaten, mit denen man diese kochen kann. Je nach bestelltem Abo reichen die Zutaten für zwei oder mehr Personen.

 

Kochzauber.de im Test

Ich habe beim Anbieter Kochzauber.de angefragt und freundlicherweise eine Kiste mit drei Gerichten zum Testen erhalten. Die Zutaten werden von dem Anbieter einmal pro Woche am Mittwochabend ausgeliefert. Diesen Abend sollte man sich als Koch-Abonnent also frei halten. Wer sein Haus sowieso nie verlässt wie Mitch Maddox, hat es da natürlich einfacher.

Das Öffnen der Box hatte durchaus einen Aha-Effekt: Neben typischen Zutaten wie Möhren, Reis und Hackfleisch, fanden sich auch exotischere Gewächse in der Pappkiste. Um ganz ehrlich zu sein: Einige Gemüsesorten kannten wir selbst noch gar nicht. Wer weiß schon, dass ein Mangold so aussieht wie die gemüsige Variante eines Rhabarbers? Netterweise hat das Kochzauber-Team fast alle Sachen mit kleinen Schildchen beschriftet.

In unserer Box waren die Gerichte „Seelachsfilet auf Mangold-Curry-Bett“, „Glasnudelsalat mit Pak Choi und Hackfleisch“ und eine „Brokkoli-Nuss-Pasta“ enthalten. In der Fünfer-Box hätte es noch eine Suppe mit Chorizo und ein Tofu-Gulasch mit Kartoffelpüree zusätzlich gegeben.

Kochen mit Pak Choi

Wir haben Lust auf Fleisch und entscheiden uns für das zweite Gericht. Nach kurzem Überfliegen des Rezeptheftes gleich die erste Frage: „Wer ist eigentlich dieser Pak Choi? Und kommt der noch vorbei, um uns zu helfen?“ Es wurden sieben Uhr, es wurde halb acht. Aber kein Pak Choi in Sicht. Also beschlossen wir schon mal ohne ihn anzufangen. Knoblauch und Frühlingszwiebeln wurden klein geschnitten und angedünstet. Möhren dazu. Alles soweit kein Problem.

Dann hieß es im Rezept plötzlich: „Schneiden sie den Pak Choi in kleine Stücke“. War dieser Pak Choi etwa doch kein freundlicher Küchenhelfer aus Fernost, sondern ein wie auch immer geartetes Gemüse? Hektisches Kramen in der Box. „Ist dieses grüne Ding etwa ein Pak Choi?“ Nach einem kurzen Blick auf Wikipedia die Gewissheit: Bei dem Gemüse handelt es sich um eine spezielle Kohl-Art. Das Koch-Abenteuer kann weiter gehen…

Mit dem Koch-Abo lernt man nicht nur neue Gemüsesorten oder Gewürze kennen, man kann auch aktiv seine Kochkünste verbessern. So werden etwa das Hackfleisch und das Gemüse getrennt angebraten und erst am Schluss wieder zusammengeführt. Eine Finesse, die vielen Internet-Rezepten fehlt.

Das Ergebnis war durchaus lecker, wenngleich das Gericht “Glasnudelsalat mit Pak Choi und Hackfleisch” eigentlich kein Salat, sondern eher eine asiatische Pfanne war und etwas an Substanz vermissen ließ (eine Möhre, der Pak Choi, etwas Hackfleisch, dünne asiatische Suppennudeln). Die Mengen sind aber großzügig bemessen, wir konnten auch zu dritt davon essen.

Als das bessere Gericht entpuppte sich am nächsten Tag das Seelachsfilet auf Mangold. Der Fisch hatte eine gute Qualität und die Kombination mit Mangold und rotem Curry war ungewöhnlich, aber sehr geschmackvoll.  Die „Nudeln mit Broccoli und Nuss“ wurden in unserer Runde schnell als “klassisches Kantinengericht” enttarnt. Nudeln kochen, Broccoli und Frischkäse dazu, am Schluss ein paar Nüsse zur Veredelung drüber – fertig! Kochwettbewerbe gewinnt man damit natürlich nicht.

Der große Vorteil eines Koch-Abos ist zweifelsohne, dass man direkt loslegen kann. So schnell hatten wir nach Feierabend noch nie ein fertiges Gericht auf dem Tisch. Das Stöbern im Kochbuch oder auf Internetseiten nach dem passenden Rezept entfällt ebenso wie die Suche nach exotischen Zutaten im Supermarkt. Die Kochzauber-Box richtet sich wohl vor allem an Leute, die berufstätig sind und wenig Zeit haben. Grundkenntnisse im Kochen sind eventuell vorhanden, vor allem aber ist die Lust da, mal etwas Neues auszuprobieren.

 

Koch-Abos sind kein billiger Spaß

Ein Koch-Abo von Kochzauber mit drei Gerichten für zwei Personen kostet stolze 39 Euro pro Woche – das sind fast 160 Euro pro Monat. Viel Geld für verhältnismäßig wenig Essen. Gefühlt könnte man die Zutaten in der Box bei Edeka oder Rewe vielleicht für 12 bis 15 Euro kaufen. Allerdings bekommt man im Supermarkt natürlich deutliche größere Mengen, kann also auch auf Vorrat oder spontan für mehr Personen kochen. Ein Gericht aus unserer Box kostete umgerechnet 6,50 Euro pro Person (nicht eingerechnet fehlende Grundzutaten und Energiekosten) – dafür kann man in Kreuzberg und Neukölln auch schon ganz gut essen gehen.

Doch natürlich bezahlt man bei Kochzauber auch die Auswahl der Rezepte, das Organisieren der Zutaten (wo bekommt man Mangold, Pak Choi oder roten Curry her?) und die Lieferung nach Hause. Ganz ersparen tut einem das Koch-Abo den Einkauf aber nicht: Zum einen fehlen bei jedem Rezept noch einige wichtige Zutaten (z.B. Öl, einige Gewürze, Gemüsebrühe, Sojasauce), zum anderen sind nur drei Hauptgerichte enthalten. Die restlichen Tage muss man sich also weiterhin selbst versorgen.

 

Mindestens sechs Anbieter in Deutschland

Mit Kochzauber, KommtEssen, HelloFresh, Schlemmertüte, KochAbo und TischLine deck dich kämpfen mindestens sechs Anbieter von so genannten Koch-Abos in Deutschland um einen Markt, von dem nicht mal sicher ist, wie groß er überhaupt ist. Am Anfang probieren sicher viele Leute für ein paar Wochen den Dienst aus. Aber wie viele Kunden sind wirklich bereit, dauerhaft Geld für diese Dienstleistung auszugeben?

 

Ecken und Kanten inklusive

Schaut man sich die Koch-Abos genauer an, werden zudem noch einige “Haken” des Konzeptes sichtbar:

  • Feste Größen: Die Personenzahl der Kochboxen lässt sich nicht frei bestimmen. Die meisten Anbieter bieten Koch-Abos für zwei, vier oder sechs Personen an. Was machen Singles? Was macht man, wenn überraschend Besuch vorbeikommt? Vor jedem Urlaub muss man zudem daran denken, das Koch-Abo rechtzeitig zu pausieren.
  • Wenig Individualität: Wer bestimmte Gemüsesorten nicht mag, kein Fleisch, keinen Fisch oder kein Tofu mag, kann dies nicht angeben. Einige Koch-Abos bieten spezielle Boxen für Vegetarier an, das war es dann aber auch schon mit der Auswahl.
  • Wenig Bio: Wer sich bevorzugt von Bio-Produkten ernährt, wird mit den Koch-Abos nicht glücklich werden. Zu sehr wird die eigene Entscheidungsmacht beim Einkauf beschnitten. In unserer Kochzauber-Box waren zum Beispiel nur Sahne und Frischkäse aus biologischer Herstellung. Der Fisch hatte keine Zertifizierung (jedenfalls war keine erkennbar), vom Hackfleisch kann man wohl vermuten, dass es aus regulärer Massentierhaltung stammt. Das Gemüse war sehr frisch, aber Bio war es auch nicht. Angesichts des hohen Preises ist das schon erstaunlich.
  • Nichts für Spontane: Wer plötzlich Lust auf Risotto bekommt oder Heißhunger auf Röschti mit Apfelmus hat, dem hilft die Kochbox nur in den seltensten Fällen weiter. Zwar kann man die Reihenfolge der Gerichte selbst bestimmen, aber auf den Tisch kommt, was in der Box ist.
  • Der Kochstil: „Vielfältige Rezepte für eine ausgewogene Ernährung“, verspricht etwa Kochzauber auf seiner Seite. Was man für Männer auch übersetzen könnte mit: „Es gibt viel Gemüse und wenig Fleisch.“ Letzteres ist natürlich auch eine Kostenfrage, denn gutes Fleisch ist teuer. Mit dem Kochstil der jeweiligen Box muss man sich aber arrangieren. Zumindest so lange bis es ein Männer-Kochabo mit Steak und Bohnen-Speck-Pfanne gibt…
  • Keine Zusatzangebote: Wieso liefern die Koch-Abos zum Essen nicht auch gleich den passenden Wein oder ein besonderes Bier mit? Auch ein originelles Dessert könnte die Gerichte noch abrunden und die Boxen attraktiver machen.
  • Fallstricke in den AGB: Wer ein Koch-Abo nur mal testen möchte, sollte vorher unbedingt einen Blick in die AGB werfen. So hat Kochzauber.de etwa eine Kündigungsfrist von acht Tagen. Auch wenn man sein Abo also gleich wieder kündigt, bekommt man also noch eine zweite Box geliefert und berechnet. Bei anderen Anbietern sehen die Bedingungen ähnlich aus.

Fazit

Ganz so wie der „Dotcomguy“ Mitch Maddox kann man sich mit einem Koch-Abo noch nicht fühlen. Dafür muss man doch noch zu viele Sachen selbst einkaufen und ergänzen. Wer wenig Zeit hat und dennoch gerne kocht und sein Rezept-Portfolio erweitern will, für den ist das Koch-Abo eine willkommene Alternative zum Restaurantbesuch oder Fertiggerichten. Leider sind die Boxen relativ teuer und unflexibel. Bei vielen Anbietern erfährt man zudem erst kurz vorher, welche Gerichte für die aktuelle Woche geliefert werden. Der Überraschungseffekt ist Teil des Konzepts. Es bleibt abzuwarten, ob die Koch-Abo-Anbieter es schaffen, individueller zu werden und sich zugleich preislich einem größeren Publikum zu öffnen. Entscheidend dürfte dabei nicht zuletzt die gute Qualität der Zutaten und die Kreativität der Gerichte sein. Am Ende entscheidet vermutlich das Bauchgefühl, ob das Koch-Abo bei preissensiblen deutschen Kunden dauerhaft eine Chance hat.

 

Tipp: Wer nur einzelne Gerichte zum Selber-Kochen sucht, sollte einen Blick ins Kochhaus in Berlin (Schöneberg, Prenzlauer Berg) und Hamburg (St. Georg, Eimsbüttel) werfen. Hier gibt es Rezepte und die entsprechenden Zutaten ansprechend auf Tischen präsentiert. Der Vorteil: Man sieht vor dem Kauf, was es abends zu Essen gibt und ob einem ein Gericht zusagt. Auch kann man die Rezepte flexibler um eigene Einkäufe ergänzen und z.B. nur die exotischen Zutaten im Kochhaus kaufen, für Möhren und Kartoffeln aber weiterhin zum Discounter an der Ecke gehen.

Taste statt Touch: Update für iPod nano

Vor kurzem hatte ich euch fünf Gründe genannt, die mich am iPod nano 6G stören. Jetzt hat Apple ein Update (Version 1.1) veröffentlicht, das einige Ungereimtheiten ausräumt und die Bedienung entscheidend verbessert.

Das Wichtigste zuerst: Man kann den iPod nano 6G jetzt auch ausschalten. Es erscheint merkwürdig, eine solche Funktion im Jahr 2011 als Besonderheit anzumerken. Aber bis vor kurzem liess sich der iPod tatsächlich nur in eine Art Dämmerzustand versetzen.

Drückt man jetzt die Funktionstaste am Kopf des Gerätes einige Sekunden lang, geht sich der iPod unter Einblendung einer kreisförmigen Animation an bzw. aus. Die Folge: Man vergisst nicht mehr, den iPod nach Benutzung abzuschalten. Auch auf die Akkulaufzeit scheint sich die neue Funktion auszuwirken: Gefühlt hält der Player jetzt länger mit einer Akkuladung durch.

Eine große Schwachstelle in der Bedienung des iPod nano 6G war und ist der Touchscreen: In der Hosentasche lassen sich keine Titel auswählen, das Überspringen eines ungeliebten Songs wird zur Glückssache. Mit Handschuhen lässt sich der kleine Bildschirm gleich gar nicht bedienen.

Mit dem Update auf Version 1.1 sorgt Apple dafür, dass man den Touchscreen seltener braucht: Die Funktionstaste am Kopf des Gerätes bekommt hierzu eine neue Funktion. Drückt man sie nun zweimal in kurzer Folge, springt der Player einen Titel weiter. Im Radiomodus wird zum nächsten Sender gewechselt. Alternativ kann man den Doppelklick auch mit der Pause-Funktion belegen. Klickt man die Funktionstaste dann doppelt, pausiert der iPod die Wiedergabe.

Fazit: Mit dem Update auf Firmware-Version 1.1 wird der iPod nano 6G endlich hosentaschentauglich. Die wichtigsten Funktionen lassen sich jetzt ohne Touchscreen ansteuern. Apple scheint erkannt zu haben, dass der berührungssensitive Bildschirm nicht in jeder Lebenslage und für jede Gerätegröße das beste Bedienkonzept ist. Kurz gesagt: Manchmal reicht ein Knopf zum Glück.

Fünf Gründe gegen den iPod nano 6G


Klein und quadratisch: Das Display des iPod nano ist kaum größer als ein 2-Euro-Stück

Der iPod war einmal der beste MP3-Player der Welt – in Design und Intuitivität kaum zu übertreffen. Das ist vorbei. Vor lauter Style und Minimalismus hat Apple mit dem neuen iPod nano vor allem eines abgeschafft: Die Alltagstauglichkeit.

Fünf Gründe gegen den iPod nano 6G:

1. Der Touchscreen

Der neue iPod nano wird fast ausschließlich per Touchscreen gesteuert. Man tippt und wischt also auf dem 2,8 mal 2,8 cm großen Bildschirm herum, wählt mit spitzen Fingern Musik aus, startet und stoppt die Wiedergabe. Das funktioniert einigermaßen gut, wenn man den iPod in der Hand hält. Hat man ihn dagegen in der Hosen- oder Jackentasche, wird selbst das Pausieren eines Titels zur Herausforderung. Und auch an den Winter haben die Entwickler nicht gedacht: Mit Handschuhen lässt sich der iPod nano 6G nicht bedienen. Es wird zudem nicht wirklich klar, warum ein Player dieser Größe einen Touchscreen benötigt – das Scrollrad der Vorgängermodelle ließ sich jedenfalls viel präziser und intuitiver bedienen. Unnötige Spielerei ist die Dreh-Funktion: Mit zwei Fingern lässt sich das Bildschirmmenü in 90-Grad-Schritten drehen. Doch wer will schon sein MP3-Player-Menü auf den Kopf stellen?

2. Die fehlende An- und Aus-Taste

Auf den ersten Blick hat der iPod nano 6G oben rechts am Gerät eine An- und Ausschalttaste. Dafür scheint eine Tastensperre bzw. Touchscreensperre zu fehlen. Erst bei der Bedienung lüftet sich das Rätsel: Die Taste ist doppelt belegt. Hört man Musik mit dem Nano, dann wird mit dem Knopf die Tastensperre aktiviert und der Bildschirm schaltet sich ab. Ist man im Pause-Modus, dann schaltet sich der gesamte Player ab. Im Alltag vergisst man jedoch leicht mal, den iPod vor dem Abschalten zu pausieren. Er läuft unbemerkt weiter und verbraucht Strom.

3. Die Akkulaufzeit

Ganze 24 Stunden soll das kleine Gerät laufen – verspricht zumindest die Werbung. Die Realität ist davon doch deutlich entfernt. Vor allem der berührungssensitive Bildschirm scheint richtig Strom zu ziehen. Ohne mit der Stoppuhr gemessen zu haben: Gefühlt muss ich den neuen Nano deutlich häufiger laden als meinen alten 3G.

4. Die Uhrzeit

Auf älteren iPods konnte man auch bei abgedunkeltem Bildschirm die Uhrzeit in großen Ziffern auf dem Bildschirm ablesen. Dass die Umschaltung zwischen 12/24-Stunden-Modus bei meinem Nano der dritten Generation nie richtig funktionierte – geschenkt. Beim neuen Nano schaltet die Tastensperre gleich den kompletten Bildschirm ab. Und auch sonst hakt die Uhren-App ziemlich. Ruft man sie auf, sieht man eine schön gestaltete Analoguhr. Aktiviert man dann die Tastensperre – was sehr zu empfehlen ist, weil man sonst versehentlich Eingaben auf dem Touchscreen macht – dann ist beim erneuten Anschalten des Bildschirms auch die Uhr weg. Erst durch rumfummeln am Bildschirm (Winter! Handschuhe!) kommt sie wieder zum Vorschein.

5. Die fehlenden Features

Schaut man auf die Funktionen, dann ist beim neuen iPod nano einiges weggefallen: Er kann keine Videos oder Video-Podcasts mehr abspielen. Es gibt unverständlicherweise kein Coverflow mehr (für alle, die es nicht kennen: Schicke 3D-Darstellung von Albencovern). Die Spiele sind ersatzlos entfallen, ebenso die Suche nach Titeln per Bildschirmtastur. Einige Fachmagazine sehen den Nano 6G deshalb eher in der Tradition des iPod Shuffle, also des kleinen Apple-Players der ganz ohne Display funktioniert.

In der Tat ist es nicht ganz klar, warum Apple ein Gerät auf den Markt bringt, was deutlich weniger kann als die Vorgänger, dabei aber deutlich mehr kostet. Und Besserung ist auch nicht in Sicht: Wurden beim 3G damals schon nach einigen Wochen das erste Firmware-Upgrade nachgeliefert, welches Fehler ausräumte und Funktionen ergänzte – so muss man hierauf als 6G-Besitzer noch warten. Bis heute ist 1.0 die neueste Version der Firmware.

Natürlich bleibt der iPod nano 6G insgesamt ein solider MP3-Player, mit dem man gut unterwegs Musik hören kann. Die kleinere Größe und das minimalistische Design mögen für manchen ein Kaufgrund sein. Alles in allem waren die Vorgänger-iPods aber die überzeugenderen Geräte.

Nachtrag 11. März: Apple hört anscheinend doch noch auf die Nutzer. Soeben ist ein Update für den iPod nano erschienen. Die Version 1.1 verändert unter anderem die Funktion der Standby-Taste. Hält man sie nun für einige Sekunden gedrückt, schaltet sich der Player komplett ab. Klickt man doppelt auf die Taste, wechselt der iPod wahlweise zum nächsten Titel oder pausiert (lässt sich im Menüpunkt Musik einstellen). Ein großer Fortschritt im Vergleich zu vorher, da man die Grundfunktionen jetzt auch ohne Touchscreen bedienen kann.