Der neue Tapeten-Trend ist da

Soßenflecken? Missglücktes Graffito? Poco Domäne – Der Superwohnmarkt empfiehlt diese Tapete fürs Kinderzimmer

Normalerweise werfe ich die Prospekte von den diversen Möbelhäusern, die jede Woche in unserem Briefkasten landen, gleich in den Müll. Ich habe im Moment nicht vor, mir neue Möbel zu kaufen und wenn ich es vor hätte, dann würde ich vermutlich nicht in einen der Möbelmärkte fahren, die mit ramschigen Kunstledersofas und häßlichen Schrankwänden werben. Schrecklich schon allein die Vorstellung, dass es in vielen deutschen Wohnzimmern vermutlich wirklich so aussieht, wie in einem dieser trashigen Möbelhausprospekte.

Ich war also gerade schon bei der Prozedur des Möbelhausprospekt-Wegwerfens, als ich auf der Rückseite doch an einem Angebot hängen blieb. Eine „Jugendzimmertapete“ wurde mir da angeboten, und was für eine: Auf den ersten Blick habe ich die diversen braunen und orangenen Schlieren auf der Abbildung ja für Soßenflecken gehalten. Prima, dachte ich, wenn die Jüngsten dann mal mit Spaghetti Bolognese um sich werfen, dann sieht man es hinterher gar nicht an der Tapete. Die zweite Assoziation war besser: Es handelt sich bei den Linien auf der Abbildung offensichtlich um ein ziemlich missglücktes Graffiti – mit Farben, die vermutlich kein jugendlicher Sprayer je verwenden würde. Zumindest haben sich pissgelbe, mausgraue, soßenbraune Graffiti in unserer Gegend noch nicht so durchgesetzt.

Und jetzt soll so eine Tapete hunderte Jugendzimmer schmücken? Ja, so sieht es wohl leider wirklich aus. Heute kam ein neuer Prospekt: Ohne Jugendzimmertapete. Vermutlich alle ausverkauft.

Günstig Quatschen mit dem Amt

Beim Telefonieren mit Arbeitsagentur oder Jobcenter kann man mit günstigen Nummern bares Geld sparen. (Foto: coresince84/photocase.com)

Dass viele Firmen nur über kostenpflichtige Rufnummern erreichbar sind, ist nichts Neues. Ich persönlich finde das ja immer ziemlich lästig: Da habe ich schon ein Produkt gekauft oder einen Vertrag abgeschlossen und dann warte ich bei Problemen nicht nur minutenlang in der Musikschleife, sondern muss auch noch die ganze Zeit dafür zahlen.

Ganz ähnlich ist es auch mit der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter: Braucht man ein neues Formular oder hat man eine Frage zu seinem Antrag, dann kann man entweder jedes Mal persönlich hingehen und sich in die reale Warteschlange stellen – oder man ruft die gebührenpflichtige 01801-Servicenummer an. Die Kosten sind mit 3,9 Cent pro Minute aus dem Festnetz zwar überschaubar, aber warum dann überhaupt eine Servicenummer? Viele Leute haben heutzutage ohnehin eine Festnetzflatrate zuhause oder auf dem Handy, die müssen dann trotzdem für jeden Anruf zahlen. Nicht zuletzt rufen im Jobcenter doch viele Leute an, die ohnehin schon wenig Geld haben. Für die wäre es allemal netter, wenn sie einfach eine  günstige Festnetznummer wählen könnten.

Auch ich wollte mich mit der kostenpflichtigen Servicenummer der Arbeitsagentur nicht zufrieden geben, zumal ich schon die ganze Zeit vermutete, dass ich einfach nur zu einem normalen Mitarbeiter aus Fleisch und Blut weiterverbunden werde. Der sitzt an seinem Schreibtisch, hat den Hörer in der Hand oder sein Headset auf dem Kopf und wäre auch unter einer normalen Festnetznummer erreichbar.

Für den folgenden „Trick“ kam mir die Erfindung des Faxes zu Hilfe. Ein Fax – für alle jüngeren Leser, die diese etwas altmodische Technik nur noch aus Erzählungen kennen (hoho!) – ist so etwas wie ein Vorgänger der E-Mail. Man steckt ein Blatt mit Text in das Gerät hinein, wählt eine Nummer und auf der anderen Seite der Leitung kommt dann eine Kopie mit dem Text heraus. It’s magic!

Nun gut, jedenfalls fiel mir auf, dass die Faxnummern der Agentur für Arbeit nicht hinter einer Servicenummer versteckt sind. Jeder kann hier die Passende für seine Stadt oder seinen Bezirk abrufen.

Da steht dann zum Beispiel:

Berlin-Nord – Fax: 030 / 5555704444

030 ist natürlich die Vorwahl für Berlin, 5555 ist wohl für die Arbeitsagenturen und Jobcenter in Berlin reserviert und 70 steht dann für die jeweilige Geschäftsstelle. Es folgt die vierstellige Durchwahl. Die Faxnummer können wir natürlich nicht anrufen (außer wir wollen mit dem Faxgerät sprechen, aber das ist auf Dauer doch recht eintönig). Aber wir können einfach mal ein paar beliebte Durchwahlen ausprobieren. Also zum Beispiel 0000, 1000, 2000, 3000, etc. Kurz klingeln lassen und wenn ihr gleich darauf in der Warteschleife landet, habt ihr es geschafft.

In unserem Beispiel führt die 030-555570-1500 zum Erfolg bzw. zur Agentur für Arbeit in Berlin-Nord. Ebenso gut funktioniert auch die 030-555520-2000. Die Berliner Jobcenter erreicht man unter der 030-555532-0000.  Einfach durchs Menü hangeln und auf Nachfrage die Postleitzahl über die Telefontastatur eingeben. Ihr werdet dann verbunden und sprecht zum Ortstarif mit eurem zuständigen Amt. Das funktioniert aber wohl nur mit Berliner Postleitzahlen.

Praktisch ist auch dieses 0180er-Telefonbuch, in welchem neben Servicenummern die dazugehörigen Ortsnetznummern von vielen Unternehmen vermerkt sind. Damit landet man oft schneller und vor allem günstiger beim richtigen Ansprechpartner.

Endhaltestelle: Krumme Lanke

Die gelbe U-Bahn ruckelt oberirdisch durch den Berliner Südwesten, vorbei am Campus der Freien Universität und an den großen Grundstücken des Villenviertels. Endstation Krumme Lanke. Die Dachbalken sind im gleichen Grün wie die Corporate Identity der Linie 3 gehalten. Es ist eine Farbe, die Naturnähe verheißt. Zugleich solide und seriös, der gleiche Ton mit dem man sonst die Einbände von Lexika schmückt. In den unzerkratzten Fenstern des Abfertigungsschalters spiegelt sich die Schneelandschaft jenseits der beiden Bahnsteige. Die Krumme Lanke, ein langgestreckter und fast bananenartig geformter See, gibt der Station den Namen. Die Fischerhüttenstraße unweit der U-Bahn heißt wirklich so und führt vorbei an penibel eingezäunten Villen und dem „Komforthotel Haus Leopold“, welches laut Webseite eine „gelungene Verbindung von alter Familientradition seit 1889 und moderner Zeit“ bietet. Ein Doppelzimmer gibt es ab 109 Euro, einen Hund bekommt man schon für 7 Euro (einmalig für die Endreinigung). Kann aber durchaus sein, dass ich da was falsch verstanden habe.

Die Krumme Lanke liegt an diesem Samstagmittag ziemlich verfroren da. Ein sportlicher älterer Herr (nicht im Bild) lässt es sich nicht nehmen, ohne Badebekleidung die Untiefen zwischen den Eisschollen auszutesten. Ist er vielleicht eingebrochen?!! Doch dann Entwarnung, er kommt unversehrt wieder raus und hat sogar ein Handtuch zum Abtrocknen mit dabei. Lachend gehen wir weiter. Der Wanderweg um den See ist beliebt, denn eine komplette Runde ist in weniger als einer Stunde zu schaffen und man kann trotz Naturschutz-Zaun fast immer die Krumme Lanke sehen. Ditt jefällt dem Berliner. Da kickste, wa?

Beliebt ist der Rundweg aber auch, weil man am Anfang und am Ende bei der Bude 136 rauskommt, die bei Qype ganz schlicht als Imbissbude Krumme Lanke (See) firmiert. Hausnummer hin oder her, es gibt sowieso keine andere Bude im näheren Umkreis. Für die Monopolstellung sind die Fritten (dünn oder dick) und die Currywurst aber überraschend gut. Viele Besucher sind anscheinend Stammkunden, man grüßt sich und wünscht ein frohes Neues Jahr. Natürlich nur, wenn wie jetzt gerade ein neues Jahr angefangen hat. Sonst vermutlich Frohe Ostern oder was sonst eben gerade für ein Feiertag ansteht. Ein weiteres deutliches Indiz für die Qualität des Curryimbisses ist das davor parkende Taxi. Merke: Wo Berliner Taxifahrer essen, muss es ganz gut sein. Kein Taxifahrer würde jeden Tag zu einer miesen Bude fahren, um sich eine schlechte Curry „zwischen die Kiemen zu schieben“ – wie der Berliner so sagt. Umgekehrt bedeutet das für schlechte Gastronomen natürlich, dass sie sich schleunigst ein Taxi zulegen sollten, welches sie demonstrativ vor der Bude parken. Dann denkt der Berliner „Oh da parkt ein Taxi vor, muss also gut sein“ und schwuppdiwupp wäre das Geschäft saniert.

Wer neben der Krummen Lanke noch eine andere Endhaltehaltestelle auf dem Weg nach Hause mitnehmen will, der läuft am besten den Fischerhüttenweg in die andere Richtung weiter und kommt dann zur Busseallee, wo wie der Name schon sagt, ganz viele Busse stehen (hoho, was für ein Wortspiel!). Hier endet und beginnt die Linie M48, die über Rathaus Steglitz bis zum Alexanderplatz fährt. Doch das ist eine andere Endhaltestellen-Geschichte.

Dank geht an Wiebke für die schönen Fotos und das zeitaufwändige Senden per Mail.

König für einen Tag

Vorgestern bin ich überraschend König geworden! Und das kam so: Vorgestern war ja Dreikönigstag und der wird bei uns zuhause nach alter Schweizer Tradition gefeiert. Es gab also einen Dreikönigskuchen aus Hefe mit Walnüssen, Rosinen und Aprikosenmarmelade als Füllung. In dem Kuchen – und das ist der Clou – ist eine goldene Münze eingebacken. Wer sie bekommt, der wird König und darf sich eine bunte Papierkrone auf den Kopf setzen. Damit enden seine Privilegien aber leider auch schon. Natürlich führt dieser Brauch zu allerlei taktischen Überlegungen beim Kuchenessen: Soll ich das Stück am Rand nehmen oder lieber eines aus der Mitte? Ist die Münze wohl in ein kleines Stück eingebacken oder befindet sie sich in einem großen? Und es sorgt auch dafür, dass man mitunter noch ein Stück extra isst in der Hoffnung, dass in diesem endlich die heißersehnte Königsmünze versteckt ist. Eine schöne Tradition wie ich finde und der Kuchen (Bäckerin meine werte Schwester), war auch wirklich verdammt lecker. So lecker, dass ich trotz Königswürde am nächsten Tag nur einen leeren Teller mit ein paar Krümeln vorfand. König ist man eben immer nur für einen Tag.

Abgenadelt

Pünktlich vor dem gestrigen Dreikönigstag haben wir noch unseren Tannenbaum großstädtisch sachgerecht entsorgt:

1. Fenster auf
2. Baum durch das Wohnzimmer ziehen und dabei geschickt die Unterhaltungselektronik umschiffen
3. Baum aufs Fensterbrett hieven, kurzer Schulterblick nach unten
4. Abflug der Nadeltanne

Die Passanten vor dem Haus haben ganz schön geschaut, als der Baum an ihnen vorbeigerauscht ist. Rauscht einem bei widrigen Windverhältnissen ja auch gerne mal einer auf den Kopf. Doch bis auf den Baum haben es alle gut überstanden: Beim Aufprall hat die ohnehin schon ziemlich trockene Fichte nämlich praktisch alle ihre Nadeln verloren. Abgenadelt, wie der Förster wohl sagen würde. Sehr gut auch auf dem folgenden Bild zu erkennen:


Unser Baum ist der oben links, denn die ganzen Nadeln hat er unten links beim Aufprall verloren.

Völlig verboten

Wie der Vorstand der Kolonie Golfplatz informiert, ist das Radfahren und Fußballspielen auf dem zentralen Festplatz nicht erst seit gestern verboten. Erlaubt hingegen weiterhin: Inlineskaten, Handball, Beach-Volleyball in leichter Bekleidung, Basketball, Eishockey (bei entsprechender Witterung), Curling, Minigolf, Rodeln und Tretbootfahren. Bitte verlassen Sie den Platz so, wie Sie ihn vorgefunden haben (eingeschneit) und beachten Sie die Ruhezeiten. Das Feiern ist von 20 Uhr abends bis 07 Uhr morgens untersagt (da zu laut).