Das Blogonade Berlin Blog sagt Hallo!

Blogonade Hier gibt es frische Geschichten, wie sie nur das Leben schreibt. Mein Blick auf die Stadt, die Medien, die Welt.

Viel Vergnügen
Lukas Bischofberger

22. Januar 2010 ~ 5 Kommentare

Ab heute bin ich Ritter-Sport-Freund!

Fast drei Monate hat es gedauert, aber jetzt ist es endlich da: Mein grünes Ritter-Sport Polo-Shirt! Als der Hermes-Bote klingelte, dachte ich zuerst, dass er sicher nur was für die Nachbarn abgeben will. Auf dem braunen, flachen Paket war kein Absender angegeben. Aber die Schriftart, in der mein Name und die Adresse aufgedruckt waren, erinnerten mich gleich irgendetwas. Beim Öffnen dämmerte es mir: Das ist doch nicht etwa…doch es ist! In der Packung befand sich das Ritter Sport Polohemd in der Sorte Ganze Mandel, auf das ich schon so lange gewartet hatte!

Dazu gab es auch die versprochene “exklusive Ritter Sport-Freunde Tafel”, die aus Vollmilchschokolade mit Macadamianüssen, Mandeln und Cashewkernen besteht. In dieser Kombination gab es das von Ritter Sport wirklich noch nicht, außer vielleicht man mischt sich die Tafel selber im gerade neueröffneten Style-Store in Berlin-Mitte. Während ich die Schokoladentafel schon für eine fleißige Punktesammlerin reserviert habe, wollte ich das Polohemd natürlich gleich anprobieren. Es fällt etwas größer aus, ist also auch für Leute mit rundem Schokobauch bestens geeignet. Ansonsten sitzt es aber sehr angenehm und hat eine ziemlich dicke Stoffqualität. Waschbar ist es bis 30° C und es hat eine Anti-Schokoflecken-Beschichtung (ohne Gewähr). Gefertigt wurde es entgegen meinen Vermutungen übrigens nicht in Vietnam oder Thailand, sondern in der Türkei. Alles in allem also sehr edel! Aber seht selbst:

Ab heute kann ich mit gutem Gewissen sagen: Ich bin ein Ritter-Sport-Freund! (Auch wenn mir nicht ganz klar ist, was mir diese Mitgliedschaft in diesem zweifellos erlesenen Club sonst noch so bringt.)

13. Januar 2010 ~ 0 Kommentare

Papier, trocken oder halbtrocken?

Letztens habe ich im Prospekt von Mäc-Geiz geblättert, weil es in dem Schnäppchenmarkt meist recht günstig Büromaterial wie Ringblöcke, Haftnotizen oder Klebestifte gibt. Gleich auf dem Titel sprang mir der “Oberhammer der Woche” ins Auge (bildlich gesprochen): “Drucker- und Kopierpapier, halbtrocken oder trocken, je 0,75 Liter” für nur 2,50 Euro! Nun macht man ja beim sachgerechten Papierkauf ohnehin schon einiges mit: Glossy oder Matt, 80 oder 90 Gramm, Laser oder Inkjet, Recycling oder Holzpapier – mal ganz abgesehen von der Frage, welcher Hersteller nun das beste Papier für den hauseigenen Drucker herstellt. Eigentlich ist Papier ein sehr beratungsintensives Produkt. Man stelle sich einmal vor, Papier würde wie Wurst oder Käse an einer Theke verkauft. Szenen wie die Folgende wären möglich:

Verkäuferin: “Wieviel darf’s denn sein?”
Ich: “Ach, so 500 Blatt wären ganz gut. Oder halt, geben sie mir gleich 0,75 Liter.”
Verkäuferin (nickt und stapelt Papier auf eine Wage): “Geschnitten oder am Stück?”
Ich: “Ähm, ach naja wissen sie, ich glaube geschnitten in Scheiben wäre ganz gut. Aber ganz hauchdünn, bitte!”
Verkäuferin: “Und lieber trocken oder halbtrocken?”
Ich: “Hm, ich glaube ich nehme es trocken. Wissen sie, das Halbtrockene saugt sich immer so schnell mit Tinte voll!”

Puuh, so weit ist es zum Glück noch nicht. In diesem Sinne: Achtet beim Papierkauf immer schön auf die Literpreise und lagert vorhandene Vorräte am besten trocken – oder vielleicht auch halbtrocken.

10. Januar 2010 ~ 3 Kommentare

Endhaltestelle: Krumme Lanke

Die gelbe U-Bahn ruckelt oberirdisch durch den Berliner Südwesten, vorbei am Campus der Freien Universität und an den großen Grundstücken des Villenviertels. Endstation Krumme Lanke. Die Dachbalken sind im gleichen Grün wie die Corporate Identity der Linie 3 gehalten. Es ist eine Farbe, die Naturnähe verheißt. Zugleich solide und seriös, der gleiche Ton mit dem man sonst die Einbände von Lexika schmückt. In den unzerkratzten Fenstern des Abfertigungsschalters spiegelt sich die Schneelandschaft jenseits der beiden Bahnsteige. Die Krumme Lanke, ein langgestreckter und fast bananenartig geformter See, gibt der Station den Namen. Die Fischerhüttenstraße unweit der U-Bahn heißt wirklich so und führt vorbei an penibel eingezäunten Villen und dem „Komforthotel Haus Leopold“, welches laut Webseite eine „gelungene Verbindung von alter Familientradition seit 1889 und moderner Zeit“ bietet. Ein Doppelzimmer gibt es ab 109 Euro, einen Hund bekommt man schon für 7 Euro (einmalig für die Endreinigung). Kann aber durchaus sein, dass ich da was falsch verstanden habe.

Die Krumme Lanke liegt an diesem Samstagmittag ziemlich verfroren da. Ein sportlicher älterer Herr (nicht im Bild) lässt es sich nicht nehmen, ohne Badebekleidung die Untiefen zwischen den Eisschollen auszutesten. Ist er vielleicht eingebrochen?!! Doch dann Entwarnung, er kommt unversehrt wieder raus und hat sogar ein Handtuch zum Abtrocknen mit dabei. Lachend gehen wir weiter. Der Wanderweg um den See ist beliebt, denn eine komplette Runde ist in weniger als einer Stunde zu schaffen und man kann trotz Naturschutz-Zaun fast immer die Krumme Lanke sehen. Ditt jefällt dem Berliner. Da kickste, wa?

Beliebt ist der Rundweg aber auch, weil man am Anfang und am Ende bei der Bude 136 rauskommt, die bei Qype ganz schlicht als Imbissbude Krumme Lanke (See) firmiert. Hausnummer hin oder her, es gibt sowieso keine andere Bude im näheren Umkreis. Für die Monopolstellung sind die Fritten (dünn oder dick) und die Currywurst aber überraschend gut. Viele Besucher sind anscheinend Stammkunden, man grüßt sich und wünscht ein frohes Neues Jahr. Natürlich nur, wenn wie jetzt gerade ein neues Jahr angefangen hat. Sonst vermutlich Frohe Ostern oder was sonst eben gerade für ein Feiertag ansteht. Ein weiteres deutliches Indiz für die Qualität des Curryimbisses ist das davor parkende Taxi. Merke: Wo Berliner Taxifahrer essen, muss es ganz gut sein. Kein Taxifahrer würde jeden Tag zu einer miesen Bude fahren, um sich eine schlechte Curry „zwischen die Kiemen zu schieben“ – wie der Berliner so sagt. Umgekehrt bedeutet das für schlechte Gastronomen natürlich, dass sie sich schleunigst ein Taxi zulegen sollten, welches sie demonstrativ vor der Bude parken. Dann denkt der Berliner „Oh da parkt ein Taxi vor, muss also gut sein“ und schwuppdiwupp wäre das Geschäft saniert.

Wer neben der Krummen Lanke noch eine andere Endhaltehaltestelle auf dem Weg nach Hause mitnehmen will, der läuft am besten den Fischerhüttenweg in die andere Richtung weiter und kommt dann zur Busseallee, wo wie der Name schon sagt, ganz viele Busse stehen (hoho, was für ein Wortspiel!). Hier endet und beginnt die Linie M48, die über Rathaus Steglitz bis zum Alexanderplatz fährt. Doch das ist eine andere Endhaltestellen-Geschichte.

Dank geht an Wiebke für die schönen Fotos und das zeitaufwändige Senden per Mail.

10. Januar 2010 ~ 0 Kommentare

Neue Blogreihe: Endhaltestellen


Nicht alle Endstationen – hier der Warschauer Hauptbahnhof – strahlen ein gemütliches Flair aus.

Betrachtungen zum Phänomen der Endhaltestelle sind in Literatur und Blogosphäre nicht gerade eben breit gestreut. Lässt man die häufig etwas schäbige Fassade der Stationsgebäude einmal außen vor, sind es doch bei näherer Betrachtung eigentlich ganz faszinierende Orte: Eine Endhaltestelle kann Anfangspunkt oder Ziel einer Reise sein. Linien führen zusammen und trennen sich wieder. „Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei“, heißt es fälschlicherweise in einem bekannten Schlager, denn schließlich hat ja jede Bus- oder Bahnlinie auch ganz unweigerlich zwei Enden. Vom besonderen Konstrukt der Ringbahn ohne Ende in Berlin sehen wir einfach einmal ab. Ist die Endhaltestelle an sich also nicht ein ganz klein bisschen wie das Leben? Diesem Phänomen will ich nachgehen und fahre deshalb in der neuen Blogserie Endhaltestellen mit Bus, U- oder S-Bahn bis zum teilweise bitteren Ende. Ob Hochhaussiedlung oder Landidyll, die Endhaltestellen der Metropole bieten beide Extreme an. Bitte einsteigen: Vorsicht an den Türen und bei der Abfahrt des Zuges!

Den Anfang macht die Endstation der Linie U3 in Berlin: Krumme Lanke

08. Januar 2010 ~ 0 Kommentare

König für einen Tag

Vorgestern bin ich überraschend König geworden! Und das kam so: Vorgestern war ja Dreikönigstag und der wird bei uns zuhause nach alter Schweizer Tradition gefeiert. Es gab also einen Dreikönigskuchen aus Hefe mit Walnüssen, Rosinen und Aprikosenmarmelade als Füllung. In dem Kuchen – und das ist der Clou – ist eine goldene Münze eingebacken. Wer sie bekommt, der wird König und darf sich eine bunte Papierkrone auf den Kopf setzen. Damit enden seine Privilegien aber leider auch schon. Natürlich führt dieser Brauch zu allerlei taktischen Überlegungen beim Kuchenessen: Soll ich das Stück am Rand nehmen oder lieber eines aus der Mitte? Ist die Münze wohl in ein kleines Stück eingebacken oder befindet sie sich in einem großen? Und es sorgt auch dafür, dass man mitunter noch ein Stück extra isst in der Hoffnung, dass in diesem endlich die heißersehnte Königsmünze versteckt ist. Eine schöne Tradition wie ich finde und der Kuchen (Bäckerin meine werte Schwester), war auch wirklich verdammt lecker. So lecker, dass ich trotz Königswürde am nächsten Tag nur einen leeren Teller mit ein paar Krümeln vorfand. König ist man eben immer nur für einen Tag.

07. Januar 2010 ~ 0 Kommentare

Abgenadelt

Pünktlich vor dem gestrigen Dreikönigstag haben wir noch unseren Tannenbaum großstädtisch sachgerecht entsorgt:

1. Fenster auf
2. Baum durch das Wohnzimmer ziehen und dabei geschickt die Unterhaltungselektronik umschiffen
3. Baum aufs Fensterbrett hieven, kurzer Schulterblick nach unten
4. Abflug der Nadeltanne

Die Passanten vor dem Haus haben ganz schön geschaut, als der Baum an ihnen vorbeigerauscht ist. Rauscht einem bei widrigen Windverhältnissen ja auch gerne mal einer auf den Kopf. Doch bis auf den Baum haben es alle gut überstanden: Beim Aufprall hat die ohnehin schon ziemlich trockene Fichte nämlich praktisch alle ihre Nadeln verloren. Abgenadelt, wie der Förster wohl sagen würde. Sehr gut auch auf dem folgenden Bild zu erkennen:


Unser Baum ist der oben links, denn die ganzen Nadeln hat er unten links beim Aufprall verloren.

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